Zainer (Günther und Joh.), aus Reutlingen, zwei berühmte Buchdrucker in der Erstlingszeit der Typographie, waren wahrscheinlich Brüder. Sie schreiben sich auch Zayner, Zeiner, Tzainer und Czeyner. Der ältere, Günther Z., war der früheste Buchdrucker Augsburgs, wo als sein erster Druck «Bonaventure meditationes vite domini nostri Jesu Christio (1468) erschien. Sein vorzüglichstes Werk: «Joannis de Balbis de Janua summa quae vocatur Catholicono (1469), ist von größerer Eleganz als der Druck derselben Schrift von Gutenberg, auch fast ebenso selten als diese. Sein „Guldin spiel (1472) enthält die älteste Nachricht von dem Ursprung der Spielkarten, zufolge welcher sie im J. 1300 nach Deutschland gekommen sein sollen. — Johann 3. druckte von 1473 an, wahrscheinlich bis in die zwanziger Jahre des 16. Jahrh., in Ulm und zeichnete sich durch seine geschnittenen Randleisten und xylographischen Initiale aus. Einer seiner vorzüglichsten Gönner scheint der ulmer Stadtarzt Heinr. Steinhövel gewesen zu sein, dessen deutsche Werke (Nüczlich Regimento, Regimen in diesen schweren läuften der Pestilenzo und (Tütsche Cronika von Anfang der Welt auf Kaiser Friedricho) er 1473 druckte. Im J. 1493 wurde Z. nebst Hans Dinkmuth, der wohl sein Geschäftsgenosse war, vermutlich schuldenhalber aus Ulm verwiesen, und wenn er auch bald dahin wieder zurückkehrte so führen ihn doch die Urkunden dieser Stadt immer in Schuldverhältnissen und Prozessen auf. Er starb. um 1525. Vgl. Haßler, 4«Buchdruckergeschichte Ulms „(Ulm 1840). wesen, Bd. XI, S. 942.