FeedZeising (Adolf)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Zeising (Adolf), deutscher Asthetiker, geboren zu Ballenstedt 24. Sept. 1810, widmete sich zu Halle und Berlin dem Studium der Philologie und Philosophie, erhielt dann eine Anstellung als Gymnasiallehrer zu Bernburg, von der er jedoch 1853 zurücktrat, siedelte nach Leipzig, dann nach München über, wo er 27. April 1876 starb. Z. hat sich in der neuern AÄsthetik hauptsächlich durch die Entwickelung des Gesetzes vom Goldenen Schnitt (s. d.) bekannt gemacht, welches er in der Schrift Neue Lehre von den Proportionen des menschlichen Körpers „(Lpz. 1854) behandelt. Weitere Ausführungen dieser Lehre gab er in den «Asthetischen Forschungen »(Frankf. 1855) und in der Schrift „Die Metamorphosen der menschlichen Gestalt» (Bonn 1860). Eine Reihe religionsphilos. und publizistischer Themata behandelt er in Religion und Wissenschaft, Staat und Kircher (Wien 1873). Z. schrieb auch einige Romane, denen künstlerische oder gesellschaftliche Fragen der Zeit zu Grunde liegen:; wie „Die Reise nach dem Lorbeerkranzo (2 Bde., Berl. 1861), „Kunst und Gunsto (3 Bde., Berl. 1865), „Hausse und Baisses (3 Bde., Berl. 1864). Von 3.8 dramatischen Dichtungen kam die Tragödie Kaiserin Eudociav in München zur Aufführung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 853Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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