Hasse (Friedr. Christian Aug.), histor. Schriftsteller, geb. 4. Jan. 1773 zu Rehfeld bei Herzberg, besuchte das Lyceum zu Lübben und studierte seit 1791 zu Wittenberg Philosophie, Geschichte und Rechtswissenschaft. Nachdem er einige Zeit als Lehrer der Söhne des Fürsten von Schönburg-Waldenburg gewirkt, kam er 1798 als Professor an das Kadettenhaus nach Dresden, an welchem er 1803 ord. Professor der Moral und Geschichte wurde. Im J. 1828 folgte er dem Rufe als Professor der histor. Hilfswissenschaften an der Universität zu Leipzig. Von seinen schriftstellerischen Leistungen sind zu nennen: „Dresden und die umliegende Gegendo (Pirna 1801; 2. Aufl., 2 Bde., Dresd. 1804), die erste aus höhern statist. Gesichtspunkten abgefaßte Topographie; die Biographien Moreaus (Dresd. 1816) und Gerhard von gens (Lpz. 1824) und mehrere Beiträge zu Nie-f meyers (Biographo und den «Zeitgenosseno, die er n später redigierte; ferner: (Die Gestaltung Curopas seit dem Ende des Mittelalters bis auf die neueste Zeit nach dem Wiener Kongreßo (Bd. 1, Lpz. 1818) und die «Geschichte der Lombardei v (4 Bdchn., Dresd. 1826—28). Von großem Einfluß auf die litterarische Thätigkeit H.s waren seine Beziehungen zu Friedrich Arnold Brockhaus, für dessen litterarische Unternehmungen er insbesondere durch Lieferung zahlreicher Beiträge zu dem „Conversations-Lexikono sehr thätig war. Nach dessen Tode übernahm H. die Redaction der von diesem 1822 begonnenen «Neuen Folgev des Conversations-Lexikono (vom Buchstaben G. an); auch redigierte er die sechste und siebente Auflage [ des Conversations-Lexikono. Früher hatte er im Verein mit mehrern Gelehrten die «Taschen-Encyklopädie oder Handbibliothek des Wissenswürdigsten in Hinsicht auf Natur und Kunsty (4 Bde., Lpz. 1816—20) herausgegeben. Im Okt. 1830 wurde ihm und Gretschel von der sächs. Regierung die Redaction der Leipziger Zeitungo übertragen. H. starb 6. Febr. 1848. Sein ältester Sohn, Friedrich Rudolf H., geb. 29. Juni 1808 zu Dresden, studierte seit 1826 erst zu Leipzig, dann zu Berlin Theologie und habilitierte sich 1834 an letzterer Universität. Im J. 1836 ging er als außerord. Professor nach Greifswald, 1842 nach Bonn, wo er 1848 eine ord. Professur erhielt und 1853 — Konsistorialrat ernannt ward. Er starb 14. Okt. 1862. H. hat sich besonders als Kirchenhistoriker einen Namen erworben. Sein Hauptwerk ist Anselm von Canterburyo (2 Bde., Lpz. 1843 —-52). Nach seinem Tode wurde von seinen Schülern die „Geschichte des Alten Bundesv (Lpz. 1863) und die «Kirchenges chichtes (3 Bde., Lpz. 1864) Eine Lebensstizze H.s hat Kraft onn 1865) veröffentlicht.