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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Zend nennt man gewöhnlich die Sprache, in welcher die heiligen Bücher der alten Perser, das Zendavesta (s. d.), geschrieben sind. Diese Sprache hat ihre Heimat in den nordöstl. Teilen Irans, insbesondere in der Landschaft Baktrien, weshalb sie von neuern Sprachforschern richtigermit demNamen der altbaktrischen Sprache bezeichnet wird. Das Z. bildet das älteste bekannte Glied des iranischen Zweigs des indogerman. Sprachstammes, und steht in einem zwar unabhängigen, doch nahen Verwandtschaftsverhältnis zu dem ältesten Sanskrit, wie dieses in den Veden vorliegt. Unter den übrigen iranischen Sprachen steht dem Z. das Altpersische am nächsten, soweit man dieses aus den Keilinschriften der Achämeniden kennt. Geschrieben wird das Z. mit einer eigenen Schrift semitischen (altaramäischen) Ursprungs. Erst in neuerer Zeit ist es, nach dem Vorgange des Dänen Rask und des Franzosen Burnouf, vorzugsweise den Bemühungen deutscher Gelehrten, wie Bopps, Olshausens, Lassens, Windischmanns, Brockhaus', Benfeys vor allem aber den Forschungen Spiegeis (Gram matiko, Lpz. 1866), Haugs und Justis (Handbuc der Zendspracher, Lpz. 1864) gelungen, mittel-Vergleichung einesteils mit dem Altindischen, an dernteils auch mit den neuern pers. Dialekten das grammatische und lexikalische Verständnis de Sprache einzudringen und die Üübertragung und Crklärung der Zendtexte entweder zu ermöglicher oder anzubahnen. Einige Stücke dieser Texte sind in einer ältern, etwas abweichenden Mundart ab. gefaßt, sind aber bisjetzt von allen Gelehrten in anderer Weise erklärt. Eine der neuesten Arbeiter ist von Hovelaque, 4Grammaire de la langue Zeude (Par. 1878) ferner haben sich Roth, Hübschmann, Geldner, J. Darmestetter eingehend mit der Erklärung des Textes beschäftigt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 893Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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