Zend diese Bedeutung. Die Schrift ist ein eigenes, sehr reichhaltiges Alphabet semit. Ursprungs. (S. Zoroaster.) Nachdem schon früher engl. und franz. Reisende und namentlich Th. Hyde in seinem gelehrten Werke AIlistoria religionis veterum Persarumv (Oxford 1700) über die Religion der Gebern und ihre heiligen Bücher einige Nachrichten gegeben, brachte Anquetil-Duperron (s. d.), der während seines Aufenthalts in Indien die heilige Sprache, in welcher jene Bücher geschrieben sind, erlernte, den 3. in der Ursprache 1762 nach Europa und gab 1771 eine franz. übersetzung desselben heraus. Kleuker ließ hierauf eine deutsche übersetzung Bde., Riga 1776—78) erscheinen. Engl. und deutsche Gelehrte erhoben aber Zweifel gegen die Echtheit und das Altertum dieser Schriften, woraus vielfache Streitigkeiten entstanden, über die Kleuker in dem Anhang zum Zendavesta u. s. (2 Bde., Riga 1781—-83) ausführlich berichtet. Heute bestreitet niemand, daß im Z. wirklich ÜUberreste einer uralten Kultur Baktriens und der nordöstl. Gegenden Persiens erhalten sind, die wohl, aus verschiedenen Zeiten stammend, in Ausdrucksweise, Sprache und Inhalt voneinander abweichen, aber doch vollständig in den Grundlehren übereinstimmen. Eine genauere Bestimmung des relativen Alters der Fragmente kannerst die Kritik der Zukunft sicher lehren. Die Griechen berichten, daß das Buch auf 100000 Fellen geschrieben gewesen sei und daß Hermigpos es übersetzt habe. Nach Alexander gingen unter den namentlich griech. Kultur pflegenden Arsaciden manche Teile verloren. Das Buch erhielt sich indessen in seinen Hauptteilen bis auf die Sassaniden, die während ihrer 400jährigen Herrschaft dasselbe als Grundbuch ihrer Religion annahmen, dasselbe auch durch andere Schriften in Pehlewi und Parsi erklärten, und hierdurch auch neue Sagen und Anschauungen ausbildeten. Durch die Herrschaft des Islam wurde das ganze unter Avesta und Zend begriffene Werk zum größten Trile vernichtet, und nur verhältnis-I geringe Teile sind auf uns gekommen, die von den Parsen (s. d.) nach Indien geflüchtet. wurden. Die ganze Avesta war in 21 Nosks oder Bücher geteilt, nach den 21 Worten des Honover (ogl. Oppert, L'Honover, le verbe créateur de Zoroastren, Par. 1862), in 3 Abteilungen zu je 7 Büchern. Von diesen 21 Büchern, deren Namen und Inhaltsverzeichnisse uns erhalten sind, und welche alle Teile der Wissenschaft, Lehre, Gesetz und heilige Geschichte umfaßten, ist nur das 20. erhalten, der Vendidad (in der Zendsprache Vidasvadäta, «„Antidämonisches Gesetze), Teile vom zweiten und vom ersten, wie auch einige Fragmente der andern. Aus diesen sind zwei Sammlungen gemacht. I. Das Vendidadsäde, welches umfaßt: 1) Maena, eine Sammlung von Gebeten und Hymnen an die Gottheiten des Zoroasterschen Glaubens; die sog. Gäthãs, ohne Zweifel die ältesten Teile der Sammlung; 2) Vispered, Anrufungenund Litaneien; 3) Vendidad, das eben erwähnte 20. Buch. II. Den zweiten Band bildet das escht Sade oder kleinere vesta; es besteht aus dem Hescht, einer Sammlung von Lobpreisungen, davon je eine einem bestimmten göttlichen Wesen gewidmet ist, und kleinern Schriften, wie das Si-ruze, die 30 Tage u. a. Zu der