Zeno (Apostolo), ital. Dichter und Litterarhisto riker, geb. 11. Dez. 1668 zu Venedig, machte sic zunächst durch seine Poesien bekannt. Im Verein mit Maffei und Vallisnieri unternahm er 1710 un ter dem Titel Giornale de' letterati d'Italiap eine Zeitschrift, die noch jetzt ihren Wert behauptet. Auf Einladung Kaiser Karls VI. kam er 1718 als Hofdichter nach Wien, wo er auch zum Historiographen ernannt wurde. Die Amter verwaltete Z. bis 1729, wo er nach Venedig zurückkehrte. Hier starb er 11. Nov. 1750. Als Dichter hat er sich um die musikalische Poesie verdient gemacht. Namentlich hat er der ital. Oper durch seine Melodramen eine regelmäßigere Gestalt gegeben. Seine dramati chen Werke, 60 an der Zahl, erschienen zuerst in 10 Bänden (Vened. 1744), dann in 12 (Tur. 1795). Vorzuglicher aber ist, was er als Biograph und Historiker leistete. Hervorzuheben sind auf diesem Gebiete seine Anmerkungen zu Fontaninis 4Biblioteca della eloquenzua italiauao; seine 4Istorici delle cose veneziane (10 Bde., Vened. 1718 —22); die Dissertazioni istorico-critichèe e letterarie agli istorici italianio, auch „Dissertazioni Vossianer genannt (2 Bde., Vened. 1752—55), sein Hauptwerk; seine Lebensbeschreibungen des Sabellico, Guarini, Davila und der drei Manucci (Aldi); endlich seine KLetteren (3 Bde., Vened. 175⁵², und 6 Bde., Vened. 1785). Vgl. Negri, XVita di Apostolo Z.v (Vened. 1816).