FeedZenobia
GeschichteBrockhaus 1882

Zenobia, Königin von Palmyra, eine der merkwürdigsten fürstlichen Frauen der alten Geschichte, ieß eigentlich Bat-Zabbai, und war die (wahrcheinlich zweite) Gemahlin des Odänathus, des eherrschers von Palmyra. Letzterer hatte seit 260 nach dem Untergang des Kaisers Valerian die östl. Provinzen mit großem Erfolg gegen die Perser und gegen den Usurpator Macrianus geschützt, und war dafür zum Dank vom Kaiser Gallienus als selbständiger Statthalter für den Osten (263) anerkannt worden. Als Odänathus zu Anfang des Jahres 267 samt Herodes, seinem Sohn erster Ehe, ermordet worden war, bestieg Z. selbst den Thron, regierte für ihren unmündigen Sohn Athenodor oder Vaballathos, warf 267 einen Feldherrn des Gallienus, den Heraclianus, zurück und breitete während der letzten landius il. 10 des Gallienus und der Regierung Claudius'II. ihre Herrschaft bis nach Agypten und über einen Teil Kleinasiens aus. Erst Kaiser Aurelian, mit welchem 3. im J. 270 offen brach, konnte 271 gegen die palmyrenische Herrscherin ziehen. Ihre Heere wurden bei Antiochia und bei Emesa geschlagen. In Palmyra belagert und durch Hungersnot getrieben, entfloh ie, wurde aber auf der Flucht aufgegriffen. Die almyrener ergaben sich im Fieson 272 und die Vertrauten der Z., unter diesen der berühmte Eiadt Rhetor Longinus, erlitten den Tod. Die tadt Palmyra wurde anfänglich verschont, als aber Aurelian auf dem Rückwege nach Rom die Nachricht von der Ermordung (Aug. 272) der röm. Besatzung erhielt, kehrte er um und zerstörte die Stadt (im Frühling 273). 3. verherrlichte 274, mit dem Gallier Tetricus, den Triumphzug des Kaisers, beladen mit Juwelen und in goldenen —— Seitdem lebte sie auf Landgütern in Tibur. Ihre Töchter wurden mit angesehenen Römern verheiratet. Z. wird als keusch, geistvoll, griechisch gebildet geschildert, durch Tapferkeit und Schönheit ausgezeichnet. Calderon hat ihre Geschichte zum Stoff eines Dramas benutzt. Eine andere Zenobia war Gattin des Rhadamistos, Königs von Iberien, der sie, um sie auf der Flucht vor den Feinden zu retten, zu erstechen suchte und in den Araxes warf. Sie wurde dennoch gerettet (53 n. Chr.). Diese Z. ist die Heldin eines der besten Werke Crêbillons des Altern. matiker des 3. Jahrh. v. Chr., aus Cyhesus gebürtig, war unter der Regierung des Ptolemäus Philadelphus (284 — 246 v. Chr.) Vorsteher der Bibliothek zu Alexandria und zugleich der erste, der nach den in jener Bibliothek vorhandenen ältern Exemplaren der Homerischen Gedichte eine Recension besorgte, die freilich bald durch die des Aristarchos übertroffen wurde. Vgl. Pluygers, De Zenodoti carminum Homericorum editiones (Leid. 1842); Düntzer, De Zenodoti studiis Homericiso (Gött. 1848).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 896Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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