FeedZimmermann (Clemens von)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Zimmermann (Clemens von), ausgezeichneter Maler, geb. 8. Nov. 1788 zu Düsseldorf, wo er den ersten Unterricht in der Kunst auf der Akademie durch Langer erhielt, ging nach übersiedelung der Gemäldegalerie nach München 1808 dorthin und ward daselbst 1809 in die neu ins Leben getretene Akademie als Schüler aufgenommen. Die Lösung der von dieser gestellten Preisaufgabe, das Opfer Noahs, machte auf ihn aufmerksam. Nachdem er 1816 von einer mit königl. Unterstützung unternommenen Reise nach Italien zurückgekehrt war, trat er die Professur der Historienmalerei an der Filialkunstschule zu Augsburg an. Er porträtierte viel und mit Erfolg, malte dabei aber auch mehrere größere und kleinere Olbilder, besonders aus der heiligen Geschichte, die mit Beifall aufgenommen wurden. Seit 1825 ord. Professor an der münchener Akademie, nahm er an allen Schöpfungen, welche durch König Ludwig ins Leben gerufen wurden, Anteil. So malte er unter den Arkaden das Freskobild von der Belehnung Ottos von Wittelsbach mit Bayern, war Gehilfe von Cornelius in der Glyptothek und führte nach dessen Entwürfen die Fresken (oyklische Darstellungen der Kunstgeschichte) im Corridor der Pinakothek aus. Von seinen übrigen Arbeiten sind besonders die nach eigener Erfindung teils in Fresko, teils enkaustisch ausgeführten Malereien im Speisesaal des Königsbaues (Darstellungen aus den Liedern Anakreons), sowie mehrere olbilder (Cimabue, Giotto findend, und andere) in öffentlichen und Privatsammlungen zu nennen. Eine kolossale Himmelfahrt Mariä (1853) ist in eine Kirche zu Claire-Village in Australien gekommen. Zu seinen 1 rößern Olgemälden gehören: die Bekehrung Sauls und die Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer. Er wurde 1816 vom König Ludwig zum Direktor der königl. Centralgemäldegalerie ernannt, trat 1865 in den Ruhestand und starb in München 24. Jan. 1869.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 916Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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