Strange (spr. Strehndsch, Rob.), Zeichner und Kupferstecher, geb. 26. Juli 1721 auf Pomona, einer Orkadischen Insel, kam unter die Leitung des ältern Cooper nach Edinburgh, von wo er jedoch bald sich nach Paris begab, um unter Ph. le Bas, dem Landschafter, seine Studien fortzusetzen. Im J. 1751 nach London zurückgekehrt, fand er an dem Grafen Bute einen Gönner, vermochte aber zunächst gegen Dalton und Bartolozzi nicht aufzukommen. Der langen Chikanen müde, reiste er 1760 nach Italien, wo er eine bedeutende Anzahl von Zeichnungen nach berühmten Meistern ausführte, die er nachmals in London in Kupfer stach. Es sind dies 19 Blätter, die von 1765 an erschienen, aber wegen ihrer klassischen einfachen Behandlung keinen Eingang fanden. Erst als er in gewissen Punkten der weichlichen, effekthaschenden Stimmung der Zeit sich anbequemt hatte, fanden seine Stiche nach den großen ital. Meistern, zu denen er selbst die Zeichnungen fertigte, Beifall. Ein Verzeichnis von 32 solcher Zeichnungen mit kritischen Bemerkungen über die Urbilder und biographischen Nachrichten über die Maler gab er 1769 heraus. Er starb 5. Juli 1792, nachdem er 1787 in den Ritterstand erhoben worden war. Meisterhaft hat er besonders nach Tizian gestochen, wie er denn überhaupt in Stichen — Gemälden von leuchtendem, saftigem Kolorit Meister war. Zu seinen berühmtesten Blättern gehört die liegende Venus nach Tiziar die Danaé nach demselben Meister und die hei Cäcilia nach Rafael. Vgl. «Memoirs of Sir R. S. von Dennistoun (2 Bde., Lond. 1855).