Zinnstein ist auch Zinnoxyd. Zinnsäure verbindet sich mit Natron zu einem technisch wichtigen Salz, dem zinnsauren Natron, 8u0(0Na), 31. O, Präpariersalz, Grundiersalz. Es wird erhalten, wenn metallisches Z. mit Natronhydrat unter Zusatz von Oxydationsmitteln, Braunstein, Salpeter bis zur erfolgten Lösung des Z. erhitzt und der Rückstand in heißem Wasser aufgenommen und zur Krystallisation gebracht wird. Es findet Verwendung in der Färherei und im Zeugdruck. 2) Zinn und Schwefel. a) Einfach Schwefelzinn, 8us, entsteht als schwarzer Niederschlag beim Einleiten von Schwefelwasserstoff in Lösungen von Zinnoxydulsalzen. b) Zweifach Schwefelinn bildet einen gelben Niederschlag, wenn Schwejelwasserstoff in Lösungen von Zinnoxydsalzen geleitet wird. Das Musivgold (s. d.), Goldbronze oder mosaische Gold ist ebenfalls Zinnsulfid. Man erhält es in dieser Form bei gelindem Erhitzen von gleichen Teilen gepulverten 3., Schwefel und Salmiak, oder von 12 Teilen 3., 6 Teilen Quecksilber, 7 Teilen Schwefel, 6 Teilen Salmiak. Es bildet, wenn die Temperatur richtig reguliert war, goldglänzende weiche Blättchen. 3) Zinn und Chlor. a) Zinnchlorür, SnCh, Zinnsalz, SuCl 2H. O, entsteht beim Lösen von in heißer konzentrierter Salzsäure. Die Lösung kann im kupfernen Kessel bewirkt werden, wenn man nur Sorge trägt, daß immer eine kleine Menge Z. ungelöst bleibt. Beim Erkalten der konzentrierten Lösung krystallisiert das Salz. Zinnchlorür findet Verwendung vorzugsweise in der Färberei. b) Zinnchlorid, SuCl, Spiritus fumans Libavii. Z. verbindet sich unmittelbar mit Chlorgas u Zinnchlorid, einer farblosen, bei 120 siedenden Flüssigkeit von 2,3 spezifischem Gewicht. Als wässerige Lösung führt es die Namen: Zinnsolution, Zinnkomposition, Scharlachkomposition, Barwoodkomposition, Blauholzkomposition, Physiksalz, Rosiersalz, Rosasäure, salpetersaures 3. Man erhält es in dieser Form, indem granuliertes Z. in kleinen Mengen in Königswasser eingetragen wird. Ammoniumzinnchlorid, SuCI. 2NXN.Ci, Pinksalz entsteht beim Vermischen konzentrierter Lösungen von Zinnchlorid mitteiner konzentrierten Lösung von Salmiak, es scheidet sich zum größten Teil beim Vermischen der Lösungen als krystallinisches Pulver aus, der Rest krystallisiert beim Stehen in schönen Oktaêdern. Da das Z. von den schwächern Säuren nur wenig angegriffen wird, so ist es besonders für Hausgeräte wichtig und eignet sich dazu ganz besonders durch die Leichtigkeit, mit der es sich in jede Form ießen läßt, und durch seine silberähnliche Farbe. Bis Anfang des 19. Jahrh. waren aus Z. geossene Teller, Schüsseln, Krüge u. s. w. das gewöhnichste Hausgerät. Doch ist mit der steigenden Billigkeit und Eleganz der Porzellan⸗ und Steingutgeschirre der Gebrauch des Z. zu diesem Zwecke immer seltener geworden, und die Zinngießerei beschränkt sich jetzt auf wenige Gegenstände. Dagegen wird das Z. noch häufig benutzt, um die innere Fläche kupferner und eiserner Geräte, welche mit Flüssigkeiten in Berührung kommen, durch Verzinnen (s. d.) zu schützen. Auch für andere Zwecke, wo es an der Luft nicht rosten soll u. s. w., verzinnt man das Eisenblech, welches dann Weißblech heißt. Das Verzinnen des Eisenblechs, in neuester Zeit zum Teil durch das Verzinken ersetzt, geschieht in besondern Weißblechhütten durch Eintauchen des durch Säure gereinigten Blechs in geschmolzenes Z. Iufangef Blechgefäße werden meist aus Weißblechtafeln gefertigt. Man benutzt ferner das Z. in Gestalt ganz dünner, gewalzter und mit Hämmern sein ausgeschlagener Bleche, sog. Zinnfolie oder Stanniol, teils zu Verzierungen aller Art, auch in gefärbtem Zustande, teils in Form von Zinnamalgam zum Belegen der Spiegel. Zinnfoliehämmer befinden sich besonders in der Umgebung von Nürnberg und Erlangen. Mit Blei in verschiedenen Verhältnissen legiert, gibt das Z. leichtflüssige Legierungen, welche als Schnelllot zum Löten der Weißblechwaren, des Messings u. s. w. angewendet werden. Mit Kupfer und Zink zusammen gibt das Z. Bronze (s. d.). In sehr dünnen Blättchen führt eine Legierung des Zinks mit dem Z. den Namen Schlagsilber oder unechtes Silber. 3., mit Antimon versetzt, bildet das Britanniametall (s. d.). Bemerkenswert ist die krystallinische trultur, welche das Z. selbst in dunnen Überzügen beim Erkalten annimmt, und die beim Anbeizen der Oberfläche in eigentümlichen Figuren sichtbar wird, die den sog. Metallmor (molré métallique) bilden, der seit 1814 nach Allards Entdeckung zur Verzierung von Weißblechwaren benutzt wird.