FeedZinkvitriol
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Zinkvitriol, m., Zinksalz, n., weißer Vitriol, Galitzenstein, Bergunschlitt, Federsalz, Bergbutter, Erzalabaster, Weißkupferwasser, frz. couperose blanche, vitriolblane, v. de zinc, engl. sulphate of zink, white Vitriol, zink-Vitriol, White copperas, schwefelsaures Zinkoxyd, s. d. Art. Vitriol 4. Binkweiß, u. franz. blanc de zinc, engl. zink-withe, 8.) weißes Zinkoxyd; dessen Anwendung als Farbe wird bes. dadurch rathsam, daß es nicht wie das Bleiweiß den Fehler besitzt, durch Schwefelwasserstoffgas schwarz zu werden, da die Verwandtschaftzum Schwefel schwächer als die des Bleies, und da das Schwefelzink so weiß wie das Oxyd ist, daher ein Anstrich mit Z., wenn letzteres auch durch Dünste etc. in Schwefelzink verwandelt wurde, ebenso weiß bleibt als zuvor, s. übr. d. Art. Zinkblech. Es fehlt Aschenfall, in welchen ein schwacher Windstrom geführt wird. Der Ofen hat eine Thüre von elwa 55em. Länge u. 4 em. Höhe, durch welche Brennmaterialien u. Erz eingebracht werden. Die Decke ist halbkreis förmig, etwa 20 em. dick. Das ganze Mauerwerk braucht nur aus gewöhnlichen Ziegeln hergestellt zu werden, indem die Temperatur, bei der man arbeitet, nicht sehr hoch ist. Nachdem der Ofen gut angewärmt ist, werden 2—3 Centner alter Bruchziegel auf den rostförmigen Boden gelegt und durch darauf gebrachtes Feuer erwärmt, dann eine Schicht von 1½ Centner Anthracitkohle aufgeschüttet, u. das Gebläse langsam angelassen. Sobald das Brennmaterial völlig in Brand gekommen, wird möglichst rasch die Erzcharge aufgeschüttet und die Thüre des Ofens verschlossen. Nun läßt man vollen Wind zutreten, und die ersten Verbrennungsprodukte beginnen durch ein Loch in der Ofendecke in die Luft zu entweichen. Nach etwa ,¾ Stunden beginnt Zink in beträchtlicher Quantität zu verdampfen, worauf die ins Freie führende Esse verschlossen und der Kanal geöffnet werden muß, durch welchen die Gase zunächst in ein Kanalsystem eintreten, wo sie bei starker Erhitzung vollständig oxydirt werden, um völlig weißes Zinkoxyd zu erlangen. Aus diesen etwa 20 m. langen Oxydirungszellen gelangen die Gase in den Kühlapparat, ein in kaltes Wasser getauchtes Röhrensystem, u. von da in die Sammelräume, welch letztere Hammern sind, in denen ein System von Flanellsäcken sich befindet. Die horizontal liegenden Hauptstränge der Sammelräume sind 45 m. lang, 45 em. weit, schließen durch eine Art Schnauze an die eisernen Kühlröhren an u. werden durch kleinere vertikale, an der Decke befestigte Stränge gehalten; außerdem sind sie mit einander durch seitliche Stränge verbunden, so daß sich das Produkt möglichst gleichmäßig in dem ganzen System absetzt. Die Hammorn sind mittrichterförmigen, durch einen Schieber verschließbaren Böden versehen. Nach einem andern System bringt man in einen Ofen, der aus einem halbkugelförmigen Gewölbe u. darunter befindlichen Rost mit Aschenfall besteht, auf den Rost das zertheilte, mit 33% Kohle vermischte Erz, nachdem der Ofen in Hitze ge-f setzt ist. Durch den Aschenfall wird stets Lufteingetrieben,“ das entstehende Zinkoxyd entweicht durch zehn Oeffnungen im Obertheil des Gewölbes und wird dann durch niedrige vertikale Röhren in einen horizontalen Kanal geführt, der e mit einer Reihe von 12 solcher Oefen kommunizirt. Ein l Ventilator saugt das Zinkoxyd auf, bringt es in gemauerte Kammern unten ein, aus denen es oben wieder entweicht, Asche re. zurückläßt, von da in andere Kammern, wo Musselinsäcke das Oxyd zurückhalten, kohlige Theile durchlassen, indem sie schüttelnd sich bewegen. Das Zinkoxyd fällt von da in einen Reeipienten; schließlich wird das so erhaltene 3Z. durch Schlämmen von dem feinen Zinkstaub befreit. Nicht rein ausfallendes Z. dient als graue Farbe, unter dem Namen Zinkgrau.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 514Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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