FeedWirkung
NaturlehreBrockhaus 1882

Wirkung elementarer Ereignisse aus Erzlagerstätten entstanden, Hammien! und entweder direkt oder nach einem Abschlämmen beigemengter Nebenbestandteile durch Reduktion mit Kohle im Flammofen bei starker Glühhitze auf Zinn verarbeitet. Das Bergzinnerz dagegen, weil meist fein eingesprengt in der begleitenden Gesteinsart und untermengt mit vielen andern Mineralien, insbesondere Erzen, bedarf vor seiner Zugutemachung auf Zinn perschiedener Vorarbeiten, deren Zweck auf eine Konzentration des 3de gefd in einem Schliche hinausläuft. Die zu ade geförderte oft kaum 1 Proz. Zinnstein haltende Gesteinsmasse (Zinnzwitter) wird, wenn das Fördergut sehr hart ist, behufs leichterer Zerkleinerung über freiem Feuer gebrannt, dann gepocht und durch Schlämmen und Verwaschen auf Herden der spezifisch sehr schwere Zinnstein von den leichtern Nebenbestandteilen gesondert und in einem Schlich konzentriert. Dieser Schlich, noch nicht reich genug und zu sehr noch vermengt mit dem Zinnschmelzen schädlichen Erzen, kommt zum Rösten, wobei Arsen, Antimon, Schwefel führende Beimischungen zersetzt werden, und in den meisten Fällen die dabei entstehende arsenige Säure (Gift) in Kanälen (Giftfang) sublimiert und gewonnen wird. Bei der Röstung bleibt der Zinnstein selbst unzersetzt, andere Erze dagegen, wie Eisen⸗„Arsen⸗, Kupferkies, Wismutglanz, verwandeln sich unter Abgabe von Schwefel und Arsen in die entsprechenden beim Röstgut verbleibenden Oxyde, die In Fuled leichter als Zinnstein und zum Teil löslich in Säuren durch Aufschlämmen des Röstgutes, teils mechanisch, teils durch Digerieren desselben mit Salzsäure aufchemischem Wege entfernt werden. Bei einem Wismutgehalt der Schliche gewinnt man dieses Metall aus den sauren Laugen. Durch alle diese Manipulationen ist es möglich, die Schliche sehr hoch zu konzentrieren, nicht aber von beigemengtem Wolframerz zu reinigen. Dieses Erz macht die Zinnschliche strengflüssig, und das darin enthaltene Metall, Wolfram, wirkt legiert mit Z. ungünstig auf dessen Eigenschaften. Deshalb versucht man zuerst das Wolframerz von dem Zinnzwitter durch sorgfältige Handscheidung zu trennen; da dies aber nur unvollkommen gelingen kann, so glüht man an Wolframerz zu reiche Zinnschliche mit alkalischen Zuschlägen in Flammöfen und laugt aus der geglühten halbgeschmolzenen Masse das entstandene in Wasser lösliche wolframsaure Natron aus und trennt dadurch Wolfram von dem unlöslichen Zinnstein. Die so vorbereiteten Schliche werden entweder in Flammöfen (England) oder in kleinen Schachtöfen Hersamel Böhmen) auf Zinn verarbeitet. Bei dem Verschmelzen in Flammöfen vermengt man das Schmelzgut mit einem Reduktionsmittel (Steinkohlen, Anthracit) und den zur Verschlackung der mit den Schlichen zum Verschmelzen gelangenden Nebenbestandteile nötigen Zuschlägen, bei dem Verschmelzen der Schliche im Schachtofen, wobei die Schliche mit dem Brennmaterial direkt in Berührung sind, gibt man in der Regel als Flußmittel nur Schlacken, die bei gleicher Arbeit früher entstanden. Die Verschmelzung des Zinnschliches, sowohl im Flamm⸗-als Schachtofen, liefert ein unreines Z. und eine Schlacke, in welcher sich Kieselerde, Erden und fremde Metalloxyde des Schliches und der Zuschläge vereinigt haben. Letztere enthält noch viel Z., insbesondere in Form von kleinen Körnern mechanisch eingeschlossen. Dies zu gewinnen, pocht und verwäscht man entweder die Schlacken, )oder man verschmilzt sie über dem Schachtofen auf Z. und eine reinere Schlacke. Letztere wird teils abgesetzt, teils dem Zinnschlichschmelzen zurückgege⸗ [ben, das aus der Schlacke erschmolzene oder gewaschene Z. (Schlackenzinn) mit dem aus dem Erz Erzzinn), weil beide meist noch stark verunreinigt durch einen Gehalt an Eisen, Kupfer, Wolfram, behufs Reinigung nochmals umgeschmolzen. Das Umschmelzen und Raffinieren geschieht nach englischer Methode in eisernen Kesseln, in welchen das geschmolzene Z. durch Eindrücken von frischem Holze gepolt (gegaart) wird, ähnlich wie beim Raffinieren des Kupfers. Durch das Polen, Aufkochen und die damit erzielte energische Einwirkung der atmosphäfrischen Luft werden beigemengte fremde Metalle oxydiert und ausgestoßen. Diese orydischen Massen (Gekrätze) schwimmen auf dem flüssigen Z. und werden abgeschöpft. Auf deutschen Werken reinigt man das Z. durch Saigern (Läutern, Panschen), d. h. das Z. wird zwischen Holzkohlen auf einer schrägen Platte niedergeschmolzen, das leichtflüssige Z. läuft ab in einen Herd, während die Unreinheiten als ungeschmolzene Massen auf der Platte zurückbleiben und als sogenannte Saigerdörner mit Schlichen oder für sich allein auf Z. verarbeitet werden. In seinen Verbindungen, die in zwei, einem Oxydul und einem Orxyd entsprechenden Reihen auftreten, fungiert das Z. als vierwertiges Element. Von den Verbindungen sind zu erwähnen: 1) Bian und Sanersof a) Zinnoxydul, SuO, entsteht als schwarzes, schweres Pulver, wenn in seinem Krystallwasser in Berührung mit einem Stück metallischen Z. ge½r Zinnchlorür mit seiner äquivalenten enge krystallisierter Soda unter Umrühren erwärmt wird, bis der zuerst entstehende weiße Nieschwarz geworden ist. Nach dem Waschen mit heißem Wasser ist der Niederschlag bei mäßiger Wärme zu trocknen. Das Zinnoxydul findet Verwendung in der Fabrikation der feinern Emaillen. b) Zinnoxyd oder Zinnsäure, 8nO,, resp. Sn(0II)„, entsteht als weißes unlösliches Hydrat bei der Einwirkung von Salpetersäure auf Z. und dieses geht durch Glühen in Zinnoryd über. Ebenso entsteht Zinnoxyd beim Erhitzen von Z. an der Luft, Zinnasche, der natürlich vorkommende

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 924Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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