Zitteralge, soviel wie Nostoo. Hreut Buhe, oder elektrische Fische heißen mehrere Fische, welche das Vermögen besitzen, Körpern, die sie unmittelbar oder mittels leitender Materie berühren, elektrische Schläge mitzuteilen. Sie bedienen sich dieser Fähigkeit ganz nach Belieben, zu ihrer Verteidigung, auch um sich ihrer Beute leichter zu bemächtigen. Die Erzeugung der Elektricität geschieht durch besondere, in ihrem feinern anatom. Bau nach demselben Prinzip gebaute Organe. Schon den Alten bekannt war die elektrische Eigenschaft des im Mittelmeer und dem Ocean vorkommenden, fast kreisrunden Zitterrochens (Torpedo), der bis 60 em lang und 10 kg schwer wird, in schlammigen Untiefen lebt und die elektrischen Organe zu beiden Seiten in den breiten Brustflossen trägt. Weit weniger heftige Schläge erteilt der im Nil heimische Zitterwels (Malapterurus), der ebenfalls 60 em lang wird und am Maul sechs Bartfäden hat. Berühmter als alle diese ist aber der amerik. Zitteraal (Gymnotus electricus), der zuerst 1671 durch Richer in Cayenne beobachtet und von Adrian van Berkel beschrieben wurde. Er wird 120150 em lang, 8 em dick, hat einen zusammengedrückten Körper, kleinen Kopf, keine Rückenflosse, während die Afterflosse bis zur Schwanzspitze reicht, und ist olivengrün oder braun marmoriert. Die Zitteraale finden sich nur in den langsamen Strömen und Lachen des äquatorialen Amerika, wo sie wegen des Vertreibens der andern Fische, der Gefahr, die sie Menschen und Maultieren bereiten, für eine Landplage gelten. Die elektrischen Organe, eins auf jeder Seite, nehmen bei ihnen einen großen Teil des Körpers ein. A. von Humboldt hat von ihrem Fang berühmte, aber nach neuern Berichten sehr phantastisch gefärbte Schilderungen gegeben. In neuester Zeit wurden Zitteraale und Zitterwelse lebend nach Europa gebracht und die elektrischen Erscheinungen besonders genau von Faraday, Du Bois-Reymond und zuletzt in ihrem Vaterlande von Karl Sachs untersucht. Vgl. F. Boll, aliber elektrische Fisches (Virchow und Holtzendorff, Sammlung gemeinnütziger Vorträge », Heft 210).