Zonaras (Johs.), einer der bekanntesten byzant. Schriftsteller, lebte gegen Ende des 11. und zu Anfang des 12. Jahrh. und bekleidete in seiner Vaterstadt Konstantinopel unter Kaiser Alexios I. Komnenos mehrere wichtige Hof- und Staatsämter, besonders auch das eines kaiserl. Geheimschreibers. Er zog sich zuletzt als Mönch in die Klosterwelt des Berges Athos zurück, wo er im hohen Greisenalter (nach 1118) starb. Hier verfaßte er eine Allgemeine Geschichte in 18 Büchern, gewöhnlich Chronicono oder Annaleso genannt, welche die Ereignisse von Erschaffung der Welt bis 1118 n. Chr. darstellt und für das frühere Altertum Auszuge aus den frühern Historikern, für die röm. Kaiser aus Dio Cassius enthält. Eine Fortsetzung lieferte Nicetas Acominatus. Die besten Ausgaben lieferten Hieron. Wolf (3 Bde., Bas. 1557), Du Cange (2 Bde., Par. 1686—87), Pinder (2 Bde., Bonn 1841—44) und L. Dindorf (6 Bde., Lpz. 1868 —75). Außer andern zur kirchlichen Litteratur gehörigen Schriften wird ihm mit großer Wahrscheinlichkeit auch ein griech. Lexikon zugeschrieben, herausgegeben von Tittmann (2 Bde., Lpz. 1803).