FeedGregoras (Nitephoros)
ReligionBrockhaus 1882

Gregoras (Nitephoros), byzant. Geschichtschreiber, geb. 1295 zu Heraklea, stieg zu hohen kirchlichen Würden empor, und wurde 1351 unter den Wirren, die damals die anatolische Kirche heimsuchten, als Gegner des chäretischen» Kaisers Johannes VI. Kantakuzenos und des Patriarchen Kallistos aus Konstantinopel nach dem Kloster Chora verwiesen, wo er bis zum Sturze des Kantakuzenos (Ende 1354) bleiben mußte. Ein vielseitiger Schriftsteller, dessen Werke zum Teil nur erst handschriftlich bekannt sind, ist er besonders wichtig für die spätere byzant. Geschichte. Seine «Römische Geschichter behandelt in 38 Büchern die Zeit von 1204 bis 1359; die 24 Bücher, welche die Zeit von 1204 bis 1331 schildern, wurden herausgegeben durch Boivin zu Paris (2 Bde., 1702), zu Venedig (1729), und in dem bonner Corpus scriptorum histor. Byzantinaes 1829 und 1830 in zwei Bänden durch L. Schopen; die letzten 14 Bücher (25—38) gab in derselben Sammlung J. Bekter heraus (1855). Auch sind Fragmente einer grammatischen Schrift, verschiedene Briefe, eine Schrift von der Konstruktion des Astrolabiums auf einer ebenen Fläche und anderes bekannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 331Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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