FeedZrinyi oder Zrini
GeschichteBrockhaus 1882

Zrinyi oder Zrini (spr. Srihnji, Niklas, Graf von), Feldherr Kaiser Ferdinands 1I., seit 1542 Ban von Kroatien, Dalmatien und Slawonien, Tavernicus in Ungarn, wurde 1508 geboren und stammte aus dem alten Geschlechte der Grafen von Brebir. Den Namen hatte seine Familie 1347 von dem Schlosse Zrin angenommen. Schon als 21jähriger Jüngling verdiente sich Z. beider! elagerung Wiens die Gunt Karls V., der ihn mit einem Streitroß und einer goldenen Kette beschenkte. In der Folge zeichnete er sich in den Bolingen gegen Johann Zapolya und den Sultan Soliman aus. Z. führte fast immer die Vor⸗-oder Nachhut. Befonders vervollkommnete er den Dienst der leichten Reiterei. Mit Erfolg verteidigte er als Ban 12 Jahre lang Kroatien wider die Gsmanen, die er 1562 bei Szigeth schlug. Soliman wollte 1566 von Belgrad aus auch noch Wder & (. d.) erobern, das Z. gegen die Osmanen an der Spitze einer kaum 3000 Mann starken Garnison mit beispiellosem Heldenmut verteidigte. Als die alte Stadt nicht mehr zu halten war, verbrannte Z. dieselbe und zog sich in die neue Stadt und schließlich in das Schloß zurück. Vom 26. Aug. bis 1. Sept. geschahen täglich sieben und mehr Stürme auf das Schloß, die alle abgeschlagen wurden. Als Soliman 4. Sept. 1566 vor Szigeth estorben, verbarg der Großvezier seinen Tod den Truppen, und 5. Sept. gelang es den Türken, das äußere Schloß in Brand zu stecken. Z. flüchtete mit den Seinigen in die innere Burg. In dieser war aber weder Mund- noch Kriegsvorrat und der län75 Besitz derselben ganz abhängig von dem äußern chlosse. Da unternahmen die Türken 7. Sept. einen allgemeinen Sturm. Schon brannte die Burg, als Z. seine bis auf 600 zusammengeschmolzenen Streiter um sich versammelte und sich mit diesen unter die Feinde stürzte. Bald traf ihn der erste, dann ein zweiter Schuß; er fiel und kämpfte bis zum Tode. Alle die Seinigen kamen um, zum Teil zurückgedrängt in das brennende Schloß. Hier flogen plötzlich die Pulverkammern in die Luft, und eine große Zahl Türken wurde zerschmettert. Diese Belagerung hatte dem Sultan über 20000 Mann und ihm selbst das Leben gekostet. Der Janitscharen-Aga ließ 3.s Kopf auf einer Stange vor des Sultans Zelt aufstellen; dann wurde das Haupt, aus Achtung gegen Z.8 Heldentod, dem kaiserl. Feldherrn, Grafen von Salm, nach Raab geschickt. Von der zerstörten Feste sind nur noch die mit Reben bepfaniten Wälle zu sehen. Die Katastrophe wurde mehrfach, unter andermvon Theodor Körner, dramatisch bearbeitet. Vgl. Salamon, A elsö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 948Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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