Zuaven, eigentlich Zuauas, ursprünglich Kabylenstämme im Dschurdschuragebirge in der alger. Provinz Konstantine, die, im Rufe der Tapferkeit stehend, seit langen Zeiten den Fürsten der Berberei Kriegsdienste leisteten, woher der Name in Nordafrika zur Bezeichnung von Söldnern diente. Nach der franz. Besitznahme von Algier 1830 ordnete General Clauzel die Errichtung zweier Bataillone aus Eingeborenen an, welche den Namen Z. erhielten und denen franz. Offiziere und Unteroffiziere zugeteilt wurden. Diese Truppe behielt die Malerische, dem Klima gut angepaßte türk. Tracht, erwarb rasch den Ruf großer Kriegstüchtigkeit und lockte viele Franzosen zum Eintritt. Im J. 1833 hatte das Zuavenregiment nur noch zwei Kompagnien Eingeborener, unter denen sich aber noch se 12 Franzosen befinden mußten. Zu Abd-el-Kader desertierten viele eingeborene 3., sodaß man beide Elemente trennte und seit 1839 die Z. nur durch Franzosen rekrutierte, während man die Eingeborenen in die 1842 von Bugeaud errichteten Regimenter alger. Tirailleurs (Turkos, s. d.) versetzte. Um die Organisation der Z. hat sich besonders Lamoricière verdient gemacht, der auch das Regiment befehligte, nach ihm Cavaignac, später Canrobert. Das Regiment wurde 1831 um ein drittes Bataillon verstärkt. Im J. 1852 trennte Napoleon III. diese Bataillone und errichtete aus jedem ein Regiment; auch die Kaisergarde erhielt bei ihrer Wiederherstellung ein Regiment Z. von 2 Bataillonen. Die Uniform der Truppen ist orientalisch; sie traen dunkelblaue Jacken, weite rote Hosen und grüne urbans. In der Krim und in Italien, auch in Meriko, sowie neuerdings in Tunesien und Tongking, haben sie treffliche Dienste geleistet. Gegenwärtig bestehen vier Regimenter Z. zu vier Bataillonen zu je vier Kompagnien, nebst zwei Depotkompagnien bei jedem Regiment; doch sollen nach dem von der Regierung im Mai 1886 dem Parlament vorgelegten Entwurf zur Organisation einer Kolonialarmee noch zwei Zuavenregimenter errichtet werden.