Zunz (Leop.), ausgezeichneter israel. Gelehrter, geb. 10. Aug. 1794 in Detmold, kam 1803 nach Wolenbüttel in die 10 d·ls Ee Freischule. An letzterer wirkte er seit 1810 als Elementarlehrer, während er das Gymnasium besuchte. Von 1815 bis 1819 studierte er in Berlin Philologie, wirkte 1820—22 als Prediger an der berliner deutschen Synagoge, 1824—32 als Mitredacteur an der „Spenerschen Zeitunge und gleichzeitig 1825—29 als Direktor der neugegründeten jüd. Gemeindeschule. Er ging 1835 als Prediger nach Prag, kehrte aber bald nach Berlin zurück und erhielt hier die Leitung des 1839 errichteten Lehrerseminars, eine Stellung, die mit dem Seminar selbst im März 1850 aufhörte. Z. ist Begründer der wahrhaft wissenschaftlichen Behandlung der jüd. oder sog. rabbinischen Litteratur. Bahnbrechend wirkte bereits die kleine Schrift: «Etwas über die rabbinische Litteraturs (Berl. 1818), sowie auf dem Gebiet der jüd. Lebensbeschreibungen sein Raschiv in der Zeitschrift für Wissenschaft des Zudentumso (1822—23). Seine Hauptwerke sind: «Die gottesdienstlichen Vorträge der Judeny (Berl. 18327, Die synagogale Poesie des Mittelalterso (Berl. 1855), Die Ritus des synagogalen Gottesdienstes geschichtlich entwickelto (Berl. 1859) und die Litteraturgeschichte der synagogalen Poesies (Berl. 1865, mit Nachtrag 1867). Ferner schrieb er das Sammelwerk Zur Geschichte und Litteraturs (Bd. 1, Berl. 1845) und Die Namen der Judeno (Berl. 1836). Seine „Gesammelten Schriften erschienen in drei Bänden (Berl. 1875—76). Er war auch Redacteur der von 1839 an erschienenen Bibelübersetzung, an der außer ihm H. Arnheim, Mich. Sachs und Jul. Fürst gearbeitet hatten. Z. starb in Verlin 17. März 1886.