Zungenwürmer (Linguatelidae) ist der Name einer eigentümlichen Ordnung der Spinnentiere. Im ausgebildeten Zustande sind sie wurmförmig, Nerpente haben am Munde zwei Paar Haken; das Nervensystem ist sehr vereinfacht, Sinneswerkzeuge, Circulations- und Respirationsorgane fehlen. Die Weibchen sind vier⸗ bis fünfmal so lang wie die Männchen. Die einfache Organisation der 3Z. ist die Folge ihrer Lebensweise, sie finden sich nämlich als Parasiten in den Atmungsorganen von Wirbeltieren, Raubtieren, Schlangen u. s. w. Die bekannteste Art PPentastomum taenioides) wird ausgebildet im weiblichen Geschlecht über 80, im männlichen gegen 20 mm lang und findet sich in der Nasenhöhle und den mit dieser in Zusammhang stehenden Erweiterungen von Hunden und Wölfen. Die Embryonen (Tafel: Spinnentiere und Tausendfüße, Fig. 2 a) gelangen, in ihren Eihüllen eingeschlossen, mit dem Nasenschleim ihres Wirtes durch Niesen u. s. w. nach außen auf allerlei Vege—⸗ tabilien, mit diesen in den Magen von Hasen und Kaninchen, wRün hier das Ei und bohren sich, versehen mit zwei hakenartigen Fußpaaren (Fig. 2b), durch die Magen- oder Darmwand hindurch und kommen in die Leber, wo sie sich einkapseln, wachsen und zu einer noch nicht geschlechtsreifen Larve von ähnlicher Gestalt, aber geringerer Größe wie die Alten werden (Fig. 1, unter dem Namen von P. denticulatum, als eigene Art beschrieben), später die Kapsel, in welcher sie eingeschlossen waren, durchbrechen, aus der Leber aus- und in benachbarte Weichteile, Muskelfleisch u. s.w.einwandern. Kommen sie mit dem Fleisch ihres, wahrscheinlich durch die von ihnen erzeugten Kranklh eitserscheinungen ermatteten und daher leichter zu pmgenden Wirtes in die Mundhöhle von Hundearten, so dringen sie von hier in die Räume der Rachen-und Nas enhöhle ein, wo sie geschlechtsreif werden und hier produzieren; der ganze Entwickelungscyklus dauert ein Jahr. Vgl. R. Leuckart, «Bau und Entwickelung der Pentastomene (Lpz. u. Heidelb. 1860).