Feedbaromèetre
TechnikBau-Lexikon 1881
Fig. 438.
Fig. 438.

baromèetre, baroscope, m., engl. griech. 66606, Schwere, und erooy, Schweremesser, eigentlich Luftschweremesser Wetterglas, Torricelli'sche Röhre, Torricelli (1643); ferner Baroskop, baroscopium, genannt; Instrument, Größe des Luftdrucks zu messen. unterscheidetzwei Hauptarten: 1. das Onechauf dem Prinzip der kommunizirenin der Hauptsache aus einem Uför-Glasrohr, dessen einer etwa 1 m. hoher, luftleer gemachter Schenkel eine Queckwelche mit der im kürzeren u. weiteren Quecksilbermasse in Verbindung Schenkel oben offen ist, so treibt der die Quecksilbersäule im längeren empor, um so höher, je stärker der Luftman aus der Höhe dieser Quecksilberzwischen 63 u. 76 em. differirt, die somit die Dichtigkeit der Luft beder kurze Schenkel gleiche Weite mit dem langen hat, so heißt das B. ein Heberbarometer; bei Erweiterung des kurzen Schenkels wird es zum Gefäßbarometer u. wenn man einen Zeiger nach Fig. 440 daran anbringt, ein Rad-B. 2. Das Aneroid-oder holosterische Barometer beruht auf der Elastizität der Metalle, weshalb es auch noch Metallbarometer od., nach seiner Form, Dosenbarometer genannt wird. Es besteht nämlich im wesentlichen aus einer luftleeren Metalldose, die zum Theil so dünnwandig u. elastisch ausgeführt ist, daß bei der geringsten Veränderung des äußeren Luftdruckes durch die Bewegung der dünnen Dosenwand mittels eines geeigneten Mechanismus ein Zeiger über einem Zifferblatt gedreht u. die Größe des Luftdruckes an einer Skala nachgewiesen wird. II. Benutzung. 1. Das B. dient im gewöhnlichen Leben bekanntlich als Wetterglas, weil unzweifelhaft unregelmäßige Veränderungen des Luftdruckes mit den Veränderungen des Wetters in einem gewissen Zusammenhang stehen; ganz besonders deutet schnelles Fallen des Quecksilbers im B. auf den baldigen Ausbruch eines Sturmes, und daher wird das B. an Meeresküsten sowie auf Schiffen als Sturmanzeiger oder Aeoloskop gebraucht. 2. Eine andere Verwendung findet das B. als Höhenmeßinstrument, indem bekanntlich die Dichtigkeit der Luft mit der Entfernung vom Meeresspiegel in vertikaler Richtung nach oben stetig abnimmt, nach unten aber (3. B. beim Hinuntersteigen in stetig zunimmt. Ren von Gay-Lussae besonders konstruirtes B. abgebildet. Dasselbe besteht aus zwei weiteren, durch ein enges Rohr kommunizirenden, beim Gebrauch senkrecht gerichteten Glasrohren. Das enge Verbindungsrohr ist an sich aber zum Theil auch erweitert, wie Fig. 436 zeigt, wo dieser Theil gesondert in größerem Mäßstab dargestellt ist. Bei tritt der engere Theil in den erweiterten Theil b des Verbindungsrohres hinein. Es hat dies den Zweck, daß beim Umkippen des Instrumentes (Fig.437), wie es beim Transport wohl vorkommen kann, keine Luftblasen in den luftleer zu haltenden Theil des Hauptrohres gelangen können. Wie Fig. 438 zeigt, ist das Instrument für den Transport von einem metallenen Gehäuse umschlossen. Trotzdem ist aber das Quecksilber-B.seiner Länge wegen zum Höhenmessen unbequem, weshalb man sich mit der möglichsten Vervollkommnung des Aneroidbarometers befaßte, indem dieses in der Größe einer Taschenuhr herzustellen ist. Das erste Aneroidbarometer scheint gegen Ende des vorigen Jahrh. von Conté, Direktor der asrostatsichen Schule zu Meudon, konstruirt worden zu sein, wenigstens ist davon, als von einer neuen Erfindung, im Bulletin des sciences par la sOciété philomatique (floréal, an VIde la République) die Rede. Dies Instrument bestand aus einer Schale von starkem Eisen oder Kupfer, über deren hohle Seite ein entgegengesetzt gewölbtes, dünnes und biegsames Stahlblech luftdicht befestigt war, gegen welches von innen eine Anzahl sehr elastischer Federn sich stemmte. Da der Hohlraum zwischen Schale u. Blech möglichst luftleer gemacht war, so wirkte der äußere Luftdruck auf das Blech, während dessen Elastizität die ursprüngliche Form desselben zu erhalten strebte. Die Bewegungen des Bleches wurden durch ein Hebelwerk auf einen Zeiger übertragen. Das Aneroid-B. wurde später von Vidi und Bourdon verbessert. Vidi behielt die luftleere, biegsame Blechdose bei, während Bourdon statt derselben ein gebogenes Metallrohr von flach elliptischem Querschnitt als luftleeren, durch den äußeren Luftdruck biegsamen Körper verwendete. Ein derartiges Aneroid-B. zeigt Fig. 439 in wirklicher Größe. Neuerdings sind diese Metall-B. so verbessert worden, daß sie rücksichtlich genauer Angabe der Luftdruckveränderung den Quecksilber-Ban nicht nachstehen u. daher eben so gut wie diese zum Höhenmessen zu benutzen sind, wobei sie noch den Vorzug der sehr bequemen Größe und Form haben. Ein derartiges sehr zuverlässiges u. genaues B. wird seit einigen Jahren von J. Goldschmid in Zürich angefertigt; dasselbe ist mit Schraubenmikrometer versehen u. erlaubt infolge dessen äußerst feine Bestimmungen der Luftdruckveränderungen. Die Zuverlässigkeit derbarometrischen Höhenmessungen überhaupt ist keineswegs eine hohe. Bei der Messung mittlerer Höhen von etwa 2000 m. kommen dabei Unterschiede von 300 und mehr Meter nicht selten vor, Differenzen von etwa 30 m. gehören aber zur Regel. Nach den Angaben des Hrn. A. Pich, Assistenten an der Wiener Sternwarte unter Direktor von Lüttrow, ist nicht einmal eine barometrische Höhenbestimmung desto sicher zahlreichere Beobachtungen sie sich begründet, indem sehr häufig durch das Hinzutreten neuer Daten das Resultat sich von der Wahrheit entfernt. Es bedarf hier noch die Theorie einer wesentlichen Ergänzung, bis die gewonnenen Ergebnisse sich den durch trigonometrische Messungen erhaltenen zur Seite stellen dürfen, denn diese haben vor jenen nicht nur den Vorzug weit größerer Genauigkeit, sondern entsprechen überdies einer Hauptforderung heutigerWissenschaft dadurch, daß man hier aus der Operation selbst immer auf den Grad der erreichten Genauigkeit schließen kann. Fig. 439. Aneroidbarometer. Fig. 440. Radbarometer. Mit Bezug auf das Quecksilber-B. unterscheidet man zwei Methoden des Höhenmessens: die Benzenbergische und die Halley'sche. Die erstere ist auf das Gesetz basirt, das bei den kommunizirenden Röhren zur Geltung kommt, und lautet: die Höhen der Flüssigkeitssäulen in kommunizirenden Röhren verhalten sich umgekehrt wie die spezifischen Gewichte der Flüssigkeiten. Bei Halley's sogenannter logarithmischer Methode ist dagegen davon ausgegangen, daß (ebenfalls nach dem Mariotte'schen Gesetz) gleichen Theilen der mit der Erhebung abnehmenden Quecksilbersäule Luftschichten zugehören, deren Dichten nach immer gleichem geometrischen Verhältnis wachsen, so daß also die Barometerstände die Logarithmen der ihnen zukommenden Erhebungen von der Erdoberfläche bilden. Da nun der Barometerstand bei 0 C. vom Meeresspiegel 9 = 760 mem. ist, und bei 11, m. Höhe (B) um 1 mm. sinkt, so wäre der zu messende Höhenunterschied das nfache und mfache der Höhe hausdrücken und n de m angenommen ist. Ueber die genauere Berechnung unter Sbibliothek Heidelberg Rücksicht auf Temperatur etc. muß auf physikalische Handbücher verwiesen werden. Der wesentliche Unterschied zwischen dem Quecksilber- und Aneroid-B. liegt darin, daß letzteres den Druck der Luft angiebt, ohne wie ersteres von der Schwerkraft influirt zu werden, denn die Quecksilbersäule wird in gleicher Weise wie die darüber lastende Luftsäule mit der Vexänderung der Schwerkraft — also bei der Bewegung vom Aquator nach dem Pol zu — sich im Gewicht verändern, so daß für eine und dieselbe Luftsäule das Quecksilber-B. unter jeder Breite dieselben Angaben liefern wird, was beim Aneroid-⸗B. nicht der Fall ist. Würden also Aneroid- und Quecksilber-B. für eine bestimmte Breite ganz gleiche Angaben liefern, so könnte dies bei einer Veränderung dieser letzteren nicht mehr der Fall sein, und es werden die Unterschiede in den gleichzeitigen Angaben beider Instrumente den Veränderungen der Schwere proportional sein. Hieraus ergiebt sich, daß man das Aneroid-B. auch zu Bestimmung der Veränderungen der Schwerkraft für verschiedene Orte zwischen Pol und Aquator benutzen kann, wenn man seine Angaben gleichzeitig mit denen eines

Fig. 436.
Fig. 436.
Fig. 440. Radbarometer.
Fig. 440. Radbarometer.
Fig. 439. Aneroidbarometer.
Fig. 439. Aneroidbarometer.
Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 260Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Technik 6