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GeschichteBau-Lexikon 1881

Fahne, f., frz. enseigne, f., drapeau, pavillon, m., engl. fane, altengl. vane, phane, ensign, 8., colours pl. lat. vexillum, signum, insigne, fana, intersignium eto. Ueber die verschiedenen Formen der Fan u die zugehörigen Benennungen herrscht viel Verwirrung. — I. Nach der Befestigung.a) Das cantabrum bestehtalsvexillumauseinem quadratischen Fahnentuch od. Fahnenblatt an einem Querstab, der fest od. mittels Schnuren am Fahnenstock befestigt war. In dieses vexillum setzte Konstantin d. Gr. das Monogramm Christi, und nun hieß es labarum. b) der Stander, die Standarte, frz. étendard, lat. standardus, deren Blatt fest direkt am Fahnenstockangemacht ist, kommt zuerst unter Karl d. Gr. (mit 4 Spitzzipfeln), unter Otto III. mit einer Spitze vor. e) Die Flagge, frz. pavillon, engl. flag, lat. ventilabrum, wo das Blattzwar auch direkt an den Stock, aber mit Schleifen, Ringen oder dgl. zum Aufziehen befestigt ist, kommt zuerst unter Leo von Byzanz 820 vor. —II. Nach der Form des Fahnenblattes. a) Reichsbanner, landesherrliche F., vorzugsweise étendard genannt, etwas länger als hoch, Fig. 1646. — b) Banner, F. des Bannerherrn, auch Bannier, Panier genannt, frz. bannière, engl. banner, mit quadratischem Blatt, Fig. 1647. — c) Rennfahne, frz. pennon, engl pennon, F. der Ritter, welche 20 Mann mindestens ins Feldführten, Fig.1648.—d) Spitzfahne, Fähnlein, Wimpel frz. flamme, engl. penoncle, pensil, pensell (wenn sehr kurz: pavon), lat. flammula, fochus, s. Fig. 1649. F.der role, engl. quydhomme, guydon, bannerol, lat. guido, Fig. 1650, bes. bei Begräbnissen gebraucht. — k) Hing der Rundbanner an einem Querstab, so hieß er cornette; dieser wurde spä ter bei der Reiterei eingeführt u. nun Standarte gen. — g) Hing der Banner an einem Querstab, Fig. 1651, so hieß er frz. gonfalon, gonfanon, engl. gonfannon, lat. guntfano, confalo. — h) Läuft das Tuch in eine Spitze aus, Fig. 1652, so heißt der Stander flamen; i) mit drei Spitzen, Fig. 1653, lat. tritlamen. Die drei letzten Formen sind für Kirchenfahnen gebräuchlich; die ebenfalls oft so abgebildete Oriflamme hatte vielmehr die Gestalt eines Standers mit 4 Zipfeln. Ueber die historische Entwicklung findet man Näheres in M. M. a. W. In der Baukunst kommen Fin fast nur als Wetterfahnen, franz. girouette (s. d.), vor; vergl. d. Art. Anemoskop. Dieselben haben entweder die Form eines Flügels, frz. Hlouèet, m., flouette, f. engl. vane, fane, d. h. sie haben nur an einer Seite einen viereckigen, bannerähnlichen Blechlappen, Fahnenblatt, nach der andern Seite hin nur ein Gegengewicht, od. die Form einer Rennfahne, frz. pennon, d. h. eines Vierecks mit oben angesetzter zipfelartiger Verlängerung; oder endlich sie haben nach beiden Seiten hin Blechlappen, wo dann aber der eine kleiner sein muß. Fahnenbaake, f. s. Baale 1. c.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 278Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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