Festigkeit, f. frz. stabilité, résistance, engl. strength, firmness, Constancy, ital. saldezza, firmezza, span. tesura, resistencia, ist im allgemeinen die Eigenschaft der Körper, vermöge welcher sie sich der Trennung ihrer Theile durch mechanische Einwirkung widersetzen. Nach der vberschiedenen Richtung und Weise solcher Einwirkung unterscheidet man: A. Einfache Festigkeit; 1. F. gegen Zug, auch absolute F.; F. gegen Druck, auch rückwirkende oder Zerknickungsfestigkeit; 3. F. gegen Abscheren und Abdrücken, auch Schub-od. Gleitungsfestigkeit, welche bei stabförmigen Körpern zur Wirkung kommt, wenn solche von einer Kraft in der Längsrichtung auf Zusammendrücken beansprucht werden und gleichzeitig der Querschnitt im Verhältnis zur Länge nur gering ist; 4. F. gegen Biegung, auch relative F.; 5. F. gegen Zerdrehen, auch Torsionsfestigkeit genannt; B. Zusammengesetie Festigkeit, wenn mehrere Kräfte zugleich die F. eines Körpers in verschiedener Art beanspruchen, so daß z. B.ein Querschnitt auf Zug u. Biegung, auf Drehung u. Biegung etc. gleichzeitig angestrengt wird. Streng genommen hat man es schon bei der Biegung und bei der Wirkung auf Zerknicken mit zusammengesetzter F. zuthun, jedoch hat man zur besseren Uebersicht diese Fälle mit unter die einfache F. aufgenommen. Die zusammengesetzte F. kommt bes. bei Achsen und Wellen in Betracht. Ehe die wirkliche Zertheilung des Körpers eintritt, also ehe die einwirkende Krast seine F. überwunden hat, tritt eine Veränderung in der Lage der Moleküle gegen einander ein, welche durch eine Formveränderung sichtbarwird Bauten u. Konftruktionen können nur dann wirkliche Dauer haben, wenn die Dimensionen ihrer Theile so bemessen sind, daß die auf diese Theile einwirkenden Kräste höchstens solche Formveränderungen erzeugen, weiche bei Aushören der Kraftwirkung wieder verschwinden d. h. also, man foll die Dimensionen von Könstruluonstheilen so bemessen, daß die Elastizitätsgrenzenichtüberschritten wird. Da aber die zu solcher Bestimmung der Dimensionen gebrauchten Erfahrungsziffern, die Tragmoduln (f, d. Art. Elastizität), noch nicht für alle Körper bekannt sind, so müffen die Dimensionen häufig noch in der früheren Weise bestimmt werden, zu weicher wir hier ganz kurze Anleitung nebst den betr. Erfahrungszahlen geben. 1. Abfolute Festigkeit. Die Zugkraft, bei deren Wirkung ein prismatischer Körper vom Querschnitt Eins zerreißt, heißt der Lestigkeitsmodul des Körpers in Bezug auf Zerreißen, wird gewöhnlich mit k bezeichnet und besteht für jeden Stoff in einer Erfahrungs-Tabelle J. Material. Querschnittsform. Gußeisen rund Schmiedeeisen rund Eichenholz. guadratisch Fichte quadratisch Einfacher u. eben so sicher ist es, wenn man bei Berechnung des Tragmoduls zunächst in Bezug auf das Material mnach der sub 1 gegebenen Weise annimmt, dann aber noch bei einer Höhe von 10 Durchmessern verdoppelt, von 20 Durchmessern verdreifacht, von 30 Durchmessern vervierfacht, von 40 Durchmessern versechsfacht, von 50 Durchmessern zehnfach, von 60 Durchmessern fünfzehnfach, von 70 Durchmessern zwanzigfach nimmt etc. Macht man die Säule rund und hohl, so trägt sie bei derselben Masse ungefähr ½½ mehr. 3. Schubfestigkeit. Kommtz. B. beim zahl, die in Tabelle II. für den Querschnitt von 1 Quadratzoll in Pfunden (preuß. Mäß u. Gewicht) u. für den Querschnitt von 1 gem. in Kilogrammen (letzterer Werth in Klammer) gegeben ist. Hat also der Körper den Querschnitt F(Quadratzoll oder Quadrateentimeter), so ist die Kraft zum Zerreißen O-Fk. Da nun die Kraft P gewöhnlich gegeben ist, so findet man F = P/ k, wenn man mit k in P dividirt. Für die Praxis soll aber ein Zerreißen vermieden werden, u. man konstruirt die Körper daher mit mfacher Sicherheit, indem man den Querschnitt statt⸗, lieber m. Fod., was dasselbe Resultat ergiebt, statt des