
Die Höhe eines Werkes über dem vorliegendenTerrain heißt Höhe od. Commandement; istsie groß, so ist die Vertheidigung eine einbohrende od. fichirende, bei geringerem Commandement ist sie rasirend u. wirksamer. B. Grundrisse der denungen. Der Grundriß der Befestigungswerke richtet sich theils nach dem Terrain, theils nach der gewählten Vertheidigungsart. Die Hauptlinien des Grundrisses sind die Fenerlinien oder inneren Brustwehrgräten; die Winkel, die dieselben bilden, sind entweder oder ausspringend; erstere geben konzentrische, letztere nexzentrische Bestreichung, bei welcher immer unbestrichene Räume entstehen, die man möglichst vermeiden muß, daher mandie ausspringenden Winkel möglichststumpf macht. nek Heidelberg DFC C. Die Eintheilung der Deckungen geschieht meist nach ihrer Lage, und in Rücksicht auf dieselbe erhalten sie auch verschiedene Grundrisse. I. Einzelne geldschanzen. In Bezug auf ihre Anlage gilt Folgendes: Flankirungen dürfen nicht über 300 Schritt betragen, bei Geschützvertheidigung bis 800 Schritt; einspringende Winkel sind möglichst nahezu 90 zu machen; sind die direkten Entfernungen der Flankirungen zu Beseitigung der todten Winkel zu groß, so ordne man eine niedere Grabenvertheidigung an, die Kapitallinien müssen besonders durch Hindernisse gedeckt werden. Im Innern des Werkes legeman ein Reduit an. Die Eingänge müssen an gut bestrichenen Punkten angelegt werden. Solche Werke sind entweder offen, d. h. nur nach einer Seite hin mit Brustwehren versehen (die offene Seite heißt dann die Kehle), oder halb geschlossen, wenn die Kehle durch Hindernisse gedeckt ist, od. ganz geschlossen. a) Offene Feldwerke. 1. Die gerade Linie (Fig. 1695), zu Schließung von Thalengen etc.; 2. eine aus⸗ oder einwärts gekrümmte Linie (Fig. 1696 und 1697), gewöhnlich nur als Reduit oder am Ende von Defiléen angewendet; 3. Schulterwehr oder Epaulement, gerade Linie mit Seitendeckung durch stumpf angesetzte Flügel (Fig. 1698); so gestaltet man in der-Regel die Batterien (s. d.); 4. Zange oder Tenaille, einspringender Winkel (Fig. 1699); 5. Redan (oder Fleche, wenn es vor anderen Werken liegt), ein ausspringender Winkel (Fig.1700); die Facen werden gewöhnlich 43 m. lang gemacht; wirdzu Deckung von Feldwachen, Avisoposten etc. verwendet, muß vor Kehlangriffen geschützt sein; mit verbrochener Spitze heißen die Flchen coupirt; 6. Lünetten, Brillen od. detachirte Bastionen sind Flechen mit kurzen Flanken von ca. 18 m. Länge, die nach hinten etwas konvergiren (Fig. 1701), bieten schon mehr Schutz; 7. offene Polygonalschanze, z. B. fünf Seiten eines Achtecks, auch offene Redoute gen. (Fig. 1702). b)Halboffene Schanzen mitFlankirung. 1. Eingehender Winkel,einfache Tenaille, Scher-od.Zangenwinkel (am besten 90—100, flankirt sich selbst), wird im offenen Terrain mit Flügeln versehen; sie heißt Pfa ffenmütze, wenn die Flügel divergiren (Fig. 1703); S chwalbenschwanz, wenn sie konvergiren (Fig. 1704); Flankirung d. Flügelerreicht man durch angesetzte Schultern (Fig. 1705); 2. doppelte Tenaille, zwei einspringende, dazwischen ein ausspringender Winkel (Fig. 1706) mit od. ohne Schulter; 3. geschulterte Redans; drei ausspringende Winkel, wovon der mittelste der längste ist (Fig. 1707); 4. geschulterte Zange, d. i. einfache Zange mit Schultern (Fig. 1705). )Geschlossene Feldwerke. 1.Redoutenod. Polygonalschanzen, aus geraden Linien u. blos ausspringenden Winkeln bestehend, reguläre u. irreguläre; )dreieckige, geben zu wenig Raum u. zu viel todte Winkel; ß) vier-, fünf-u. sechsseitige, letztere als Kronwerke verschanzter Stellungen am meisten angewendet; Dfünf⸗ u. mehrseitige zersplittern die Kräfte zu sehr; die Seiten der Redouten 1835m. lang; 8) Kreisredoute, schwierig auszuführen, und schwach; e) Kreuzredoute bietet schon Flankirung, macht aber viel Arbeit, kommt bes. als Variante die Kreuzredoute mit ausspringenden Winkeln (Fig. 1709); T) Fleschenredoute, Rechteck, mit einer Flesche an der dem Feinde zugekehrten langen Seite, 2. Sternschanzen, vom viereckigen Stern an in allen Steruformen, am besten acht⸗ u. zehneckig, regelmäßig od. unregelmäßig, je nach dem Terrain, entweder ohne Waffenplätze (Fig. 1710) od. mit Waffenplätzen (Fig. 1711), jetzt nicht mehr verwendet. — 3. Bastionirte Schanzen. õ) Schanzen mit halben Bastionen, auf Drei⸗ oder Vierecken konstruirt (Fig. 1712). 6) Schanzen mit ganzen Bastionen (Fig. 1713), s. Bastion; Y) Schanzen mit Mittelbastionen; die Grundfigur ist ein Stern, aus dessen einspringendenWinkeln sich lünettenartige Bastionen hervorschieben; 8) Schanzen mit Mittel⸗ u. Eckbastionen; ) Schanzen mit Caponièren, d.h. lünettenartigen Werken im Graben. (Von —3 veraltet). J) Alle diese Befestigungen können noch Verstärkungen erhalten durch 1. natürliche Hindernisse, Wasser, Sümpfe, Gebüsche etc.; 2. künstliche Hindernisse; dahin gehören: ) Vorgraben u. Vorglaeis: 5) Palissaden; man unterscheidet todte Palissaden, d. h. blose Reihen zugespitzter Pfähle, u. Tambourpalissaden mit Schießscharten; die Palissaden kommen entweder in den Graben od. an den Fuß der Escarpe od. Contre-Escarpe etc. zu stehen; ihre Anordnung kann natürlich sehr verschieden sein; öfter erhalten sie auch Pforten u. Thore; Sturmpfähle sind in die Böschung eingelegte, mit den „Spitzen abwärts geneigte Pfahlreihen, von der Sturmschwelle gestützt und mit der Sturmlatte belastet; i) Näherungshindernisse gegen Kavallerie, die einfachsten davon sind unzählige Pfählchen, ungleich hoch eingeschlagen (auch durch Eggen herzustellen); gleichen Zweck erfüllen umhergestreute Fußangeln, ferner die trichterförmigen Wolfsgruben in verschiedenen Grundrißformen, an ihrem Boden mit spitzen Pfählen versehen; 7) gegen Kavallerie und Infanterie zugleich dienen s panische Reiter (s. d.), Attrappen, d.h. verdeckte größere Gruben, mit Wasser oder Pfählen am Boden; Verhaue, namentlich an Glacis u. Contre-Escarpe, Flatterminen, Ueberschwemmungen etc. ) Innerlich unterstützt man das Defilement durch: 1.Bonnets(s.d.).—2.Zwerchwälle, Traversen, kleine Querwälle, nach der Gestalt verschieden benannt, z. B.wenn sie blos gegen Rückenfeuer decken sollen, Rückenwehren od. Parados. 3. Hohltraversen, meist aus Holz u. Erde gebaut. — 4. Cremailleren, sägeförmige Unterbrechun⸗