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NaturlehreBau-Lexikon 1881

latent, ach., gebunden, von der Wärme gesagt. Wenn ein fester Körper durch Wärmezuführung geschmolzen od. eine Flüssigkeit in Dampf verwandelt wird, so bleibt die Temperatur während des Schmelzens oder Verdampfens eine konstante, wie viel Wärme auch zugeführt werden mag. Obgleich diese nun für das Thermometer ganz unbemerkbar bleibt, so kann sie doch im Körper nicht verschwunden sein, sondern ist nur in dem neuen Aggregatzustand unfähig geworden, die gewöhnlichen Erscheinungen der Wärme hervorzubringen. Man nennt sie L.e oder gebundene Wärme, im Gegensatze zu der bemerkbaren freien od. senfiblen Wärme. — Um ein Pfund Wasser von 0 bis 100% zu erhitzen, braucht man bekanntlich 100 Calorien od. Wärmeeinheiten; um dasselbe aber gänzlich in Dampf von 100 zu verwandeln, sind noch ca. 540 Wärmeeinheiten nothwendig, welche in dem Wasserdampf l. sein EIDELBERG O Universitatsbibsi müssen. Leitet man aber 1 Pfund Wasserdampf von 100 9in 5, Pfund Wasser von 06, so verdichtet sich sämtlicher Dampf und man erhält schließlich 6,½ Pfund Wasser von „00e. Das aus dem Dampf entstehende Wasser behält dabei seine Temperatur von 100° und giebt seine übrigen 540 Wärmeeinheiten an die 5, Pfund Wasser ab, welche „dadurch auch bis 100 erwärmt werden.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 266Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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