FeedOkubawachs
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Okubawachs, u., s. in d. Art. Wachs. Oel, n., frz. huile, f., engl. Oil, lat. oleum. Oele werden eine große Anzahl von organischen Verbindungen genannt, welche zum Theil höchst verschiedene Eigenschaften haben: Man theilt die Oele in 2 Hauptklassen: a) fette Hele, frz. huile grasse, engl. fat oil, welche chemische Berbindungen einer sogen. Fettsäure mit einem basischen Körper, dem Lipyloxyd (das mit Wasser verbunden Glycerin giebt), bilden. Die Säuren der fetten Oele sind Stearinsäure, Oelsäure, Margarinsäure etc.; s. d. Art. Fette. Je nachdem diese Fettstüuren fest, flüssig od. flüchtig sind, zeigt das Oel verschiedene Beschaffenheit; es kann dickflüssig, dünnflüssig od. mehr od weniger flüchtig sein. Diejenigen fetten Oele, die, in dünner Schicht der Luft ausgesetzt, sich in eine feste harzartige Haut verwandeln, nennt man trocknende Oele, frz. huile siccative, engl. drying oil; zu ihnen gehört vor allen das Leinöl, langsamer trocknen Nußöl, Mohnöl, Hanföl, Oel aus Kürbiskernen etc. Am meisten benutzt wird im Bauwesen das Leinöl, bes. in Gestalt von Firniß ( d.) Hasenfett u. Döglingsthran sind trocknende Fette. Zu den nicht trocknenden Oelen gehört z. B. Baumöl, Olivenöl, das Rüböl etc.; s. d. Art. Fett. — b) Flüchtige od. ätherische Hele, frz. buile f. volatile, engl.essential oil, volatile oil, welche theils fertig gebildet in der Natur sichfinden, theils Produkte der Kunst sind. Die Zusammensetzung der ätherischen Oele ist nicht so gleichartig wie die der fetten Oele. Sie sind gewöhnlich Verbindungen von Kohlenstoff mit Wasserstoff (Kohlenwasserstoffe), wie Terpentinöl etc., oder enthalten neben Kohlen⸗ u. Wasserstoff noch Sauerstoff: s. d. Art. ätherische Oele. Die einzelnen in der Baukunst Verwendung findenden ätherischen Oele s. in d. Art. Steinöl, Terpentinöl, Zimmetöl etc. Die ätherischen Oele äußern unter dem Einfluß der Wärme und des Lichts ein reduzirendes Vermögen, welches sich langsam auf Bleiweiß und andere färbende Oxyde äußert. Die der Verharzung fähigen Oele besitzen aber auch die Eigenschaft, daß sie an der Luft Sauerstoff absorbiren. Hieraus folgt, daß diese Oele im Augenblick ihrer Anwendung eine oxydirende Einwirkung äußern, vermöge deren sie vegetabilische Farben zerstören u gewisse Mineralfarben verändern können; 3. B. erhitzt man Bleiglätte mit Terpentinöl an der Luft, so bildet sich Bleisuperoxyd. Schüttelt man bei gewöhnlicher Temperatur Terpentinöl mit den Oxydulhydraten von Eisen, Zinn od. Mangan, so gehen diese in eine höhere Oxydationsstufe über. Bei Anwendung einer Auflösung von schwefelsaurem Eisenoxydul bildet sich ein Niederschlag von basisch-schwefelsaurem Eisenoxyd. Der durch Ferrochankalium in einer Eisenoxydullösung entstandene weiße Niederschlag wird unter denselben Verhältnissen augenblicklich intensiv blau. Durch schweflige Säure entfärbte blaue und rothe Blumen färben sich wieder in Berührung mit Terpentinöl. Ganz frisch destillirtes Terpentinöl zeigt diese oxydirenden Eigenschaften in viel geringerem Maß. Oelanstrich, m., frz. peinturage m. à Ihuile, vernis Chuile, engl. colouring in oil, s. v. w. Anstrich (s.d.) mit Del oder in Oel eingeriebenen Farben; s. d. Art. Firniß, Farbe, Oelfarbe, Oelfirniß etc. Oelbaum, Olivenbaum, m. (Bot., Olea, Fam. Oleineae), franz. olivier, m., engl. olive-tree, 1. der gemeine enropäische Oelbaum (O. europaea), ein kleiner, unansehnlicher Baum in Südeuropa, hat aber schönes, dichtes, festes Holz von gelblicher Farbe, oft braunroth geflammt. Es ist sehr dauerhaft und wird nicht wurmstichig. Das Wurzelholz erscheint vorzüglich gemasert, mit Figuren wie Florentiner Marmor. Die Früchte dieses Baumes liefern das bekannte Olivenöl od. Baumöl (s. d.), das u. A. beim Einschmieren von Maschinenrädern geschätzt wird. Der Oelbaum ist Attribut der Minerva und Christi, s. d. Art. Baum 6. u. Berg 4. Er war bei Griechen u. Römern wie bei den Christen Symbol des Sieges und Friedens; die Taube Noahs bringt einen Oelzweig. Man glaubte, daß er keine Früchte trüge, wenn er von schamlosen Menschen gepflanzt sei. =2. Der kapische Helbanm, am Kap der guten Hoffnung. Die Wurzeln sind besonders schön geflammt. Hoher, starker Baum, kommt unter dem Namen von Olivenholz in Bretern von 35 em. Breite nach Europa. — 3. Böhmischer oder falscher Oelbaum, Oleaster, Paradiesbaum (Elaeagnus angustifolia L., Fam. Elaeagneae R. Br., Oleaster), ist in Südeuropa einheimisch; sein Holz wird von Drechslern und zum Braunfärben benutzt. — 4. Kleiner Helbaum, petit olivier, spanischer Zeiland Fam. Baumbohnenartige, Connaraceae R. Br.), ist ein kleiner, in Spanien u. Languedoc einheimischer Strauch, dessen Blätter zum Gerben gebraucht werden. — 5. Ostindischer, Ilipe (Bassia longifolia L., Fam. Sternäpfel, Sapota-Cene R. Br.), ein Baum Ostindiens mit sehr hartem und dauerhaftem Nutzholz. — 6. Rother, Oleo vermelko (Myrospermum frutescens Jacg., Fam. Hülsenfrüchtler), wächst in Brasilien u. hat ein sehr dauerhaftes, schön rothes Nutzholz. — 7. Wilder (Bontia daphnoides Aubl., Fam. Myroporineae R. Br.), ein kleiner Baum in Guayana u. Westindien, dessen Zweige daselbst zu Zäunen beliebt sind. Oelbaumharz, n., franz. élemi, m., engl. elemy; s. d. Art. Elemiharz u. Gummiharze. Oelbehälter, m., 1. (Masch.) auch Oelbüchse, frz. godet graisseur, m., engl. oil-cap, Büchse oder auch blos Vertiefung über dem Zapfenlager, worin sich Oel befindet, das nach dem Zapfen fließt. — 2. Reservoir zu Aufbewahrung des Oels, sehr schwer dicht herzustellen, daher am besten von Zink oder Kupfer angefertigt, u. zwar aus möglichst großen Platten, deren Nähte gelöthet werden; s. übr. d. Art. Bassin, Kitt etc. Oelberg, m. lat. mons olivarum, nenntman im engern Sinn die plastische Darstellung des Leidens Christi im Garten, im weitern Sinn die Gesamtheit der Leidensstationen, deren erste das Leiden im Garten darzustellen pflegt; s. M. M. a. W. Oelblase, f. Kessel zum Kochen des Leinöls zu Firniß. Oelblau, n. (Mal.), 1. sächsisch Blau, zu Bereitung von Oelfarbe gebrauchte feinste Smalte. — 2. s. Kupferindigo. Oelrement u. Gelcement-Restrich, m., s. Cement IX.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 469Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Naturlehre 6