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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Holz, n., frz. bois, m., engl. Voοdαzum Bauen timber, zu Tischlerei stutk), ital. Iegno, span. madera, Jeno, lat. lignum. Der feste Hauptbestandtheil der Stämme u. Aeste von Pflanzen, welcher zwischen Borke und Mark liegt. 1. Wesen des Holzes. Das H. der Bäume bildet sich aus dem Holzkörper der Gefäßbündel im Verdickungsring der Bäume. Der feste Theil des Hies, das Holzgewehe, bildet sich aus Holzzellen, welche sich, ohne im Innern Tochterzellen zu bilden, etwas verlängern und mit den spitzen Enden in einander schieben, sosich zu Holzfasernvereinigend. Die Zellen selbst enthalten den Holzsaft; dieser besteht zumeist aus Wasser, in welchem Zucker, Gummi, Eiweiß, Pflanzenschleim, Säuré, Salze etc. gelöst sind; in der Zelle befinden sich außerdem Stärke in Form von Körnchen, Harze, Oele, Farbstoffe, Metalloxyde, Luft etc. Die Fasern haben bei allen Pflanzen gleiche chemische Bestandtheile. Die Holzfaser hat keinen Geschmack, keinen Geruch, ist in Wasser, Weingeist und Oelen unlöslich, starke Säuren aber verwandeln sie; sie besteht aus 50 Th. Kohlenstoff, 44 Th. Sauerstoff und 6Th. Wasserstoff. Die Zellenwände der Holzzellen verwandeln sich in Holzstoff und verdicken sich gewöhnlich ansehnlich. Die Holzzellen der Nadelhölzer zeichnen sich durch eigenthümliche Tüpfel aus, welche bei starker Vergrößerung sichtbar werden. Eine Zeit lang dienen die Holzzellen noch dem aufsteigenden Saft. Erzeugen junge Holzzellen bald nach ihrem Entstehen im Innern Tochterzellen, so bildet sich Holzparenchym, das eben durch die kürzeren Zellen charakterisirt ist, deren Quer-Sitätsbibliothek Heidelberg I wände, mit Ausnahme der beiden Endzellen, wägrecht liegen. Bei ihm sind die Wände weniger verdickt und das Innere enthält häufig Stärkemehl, welches den echten Holzzellen fehlt. Dasjenige Holzparenchym, das zwischen den Gefäßbündeln liegt und die älteren Jahresringe des H.es mit dem Verdickungsring in Verbindung setzt, bildet die Markstrahlen. Die Zellen derselben sind gewöhnlich ziemlich dickvandig. Sie behalten ihren Saft mehrere Jahre lang und bilden fast stets im Herbst Vorrathsstoffe, besonders Stärkemehl. Manche Hölzer, z. B. jene der Eiche, besitzen zweierlei Markstrahlen: breite und schmale (Spiegel). Das Wachsthum unserer einheimischen Hölzer findet im Umfang des Stammtheils, unterhalb der Rinde, statt. Die hier liegende Fortbildungsschicht (Cambium) erzeugt in ihren Gefüßbündeln jährlich neue Zellen und Gefäße, die nach außen gelegenen verdicken die Rinde, die nach innen gelegenen bilden neues Holz. Die im Anfang des Sommers gebildeten Zellen sind am weitesten, nach dem Herbst hin werden sie enger; das Frühjahrsholz ist deshalb lockerer und heller, das Herbstholz dagegen fester und dunkler. Nach der Zahl der so entstandenen Holzringe kann bei unseren Bäumen das Alter leicht ausgezählt werden, indem meist die Nadelhölzer einen, die Laubhölzer zwei solcher Ringe anlegen; bei Bäumen der Tropenzone werden jedoch mitunter in einem Jahr mehrere Holzringe gebildet, und bei manchen Holzgewächsen geht das Wachsthum so ununterbrochen fort, daß keine Jahresringe zu bemerken sind. Die Härte und Festigkeit des Hres ist zum Theil durch die Verdickung und Verholzung seiner Zellen und durch die Einlagerung anorganischer Stoffe (Kalk, Kieselsäure) bedingt, zum Theil aber auch durch den geschlungenen Verlauf der Holzbündel um die Markstrahlen veranlaßt. Das maserige H. spaltet deshalb schwieriger als das H. mit geradem Verlauf der Holzbündel. Das Kernholz ist das innere, schon saftlose H. eines Stammes; es ist in der Regel härter und dunkler gefärbt als das jüngere; letzteres heißt Splint, solange seine Markstrahlen noch Saft führen. Eine Fläche, die mit der Achse des Stammes parallel läuft, heißt Aderseite oder Langholz, eine rechtwinklig dagegen gerichtete Holzfläche aber Hirnseite, Hirnholz oder Querholz, eine schräg dagegen gerichtete endlich Zwerchholz. Die Zeit zum Fsllen des H.es s. unter Fällen der Bäume. 1—10 Jahr altes H. nennt man ausgebrochen; 10—20jähriges ausgelichtet; 8090jähriges ausgehend. Weiteres über die physikalischen Eigenschaften des H.es s. unter d. Art. Biegsamkeit, Dichtigkeil, Elastizität, Festigkeit re. Ueber die Eintheilung in todtes und lebendiges, Nadel⸗ und Laubholz etc. s. d. Art. Bauholz A. a. Unsere einheimischen Holzarten lassen sich schon mit blosem Auge im Querschnitt unschwer unterscheiden. Die Nadelhölzer zeigen bei jedem Jahresring einen äußeren röthlichen, harzigen und einen innern weißlichen, harzlosen Theil; Markstrahlen und Poren zwischen den Ringen fehlen. Das Laubholz hat keinen doppelten Jahresring und meist deutlich erkennbare Markstrahlen und Poren. Kiefernholz ist rothbraun und hat besonders deutlichen Harzring; Fichtenholz ist hell und etwas glänzend, hat einen mäßigen breiten Harzring; Lärchenholz ähnelt dem Fichtenholz, ist aber bräunlich gestreift; Tannenholz glänzt hellsilbern, hat einen schmalen und wenig bemerklichen Harzring. Bei den Laubhölzern sieht man zunächst danach, ob am innern Rand der Jahresringe eine Röhrenschicht steht, die sichtbare Poren zeigt. Hierher gehört Eichenholz, byaun mit röthlichem Kern und auffallenden Spiegelfasern (Markstrahlen); Pflaumenholz ist röthlich mit bläulichem Kern, hat kleine, kurz absetzende Markstrahlen; Ulmenholz ist weiß, manchmal mit röthlichem Kern, Esche ist der Eiche ähnlich, jedoch heller; Akazie citronengelb mit dunklem Kern; Walnuß dunkel u. grünlich. — Die Laubhölzer ohne sichtbare Poren sind in mehrere Gruppen zu bringen. Große und starke Markstrahlen neben kleinen haben: Rothbuche, deren Splint weiß und Kern rothbraun ist; Weißbuche mit weißem H. und geschwungenen Markstrahlen; bei der Erle ist das H. rothbräunlich, die Markstrahlen sind vereinzelt und kurz. Hasel ist weiß und röthlich. — Schwache und dichte, wenig sichtbare Markstrahlen mer. Fig. 2181 des Holzes nach seiner Verwendung: a) Bau-oder Zimmerholz, s. d. Art. Bauholz, sowie die die einzelnen Hölzer betreffenden Artikel. b) Nutz holz, zu feinen Arbeiten, s. die Einzelartikel. e)Brennholz, s. d. Art. Brennstoffe. d) Färbeholz, s. d. Art. Farbe und die Einzelartikel. 3. Dauer, Verhalten und Konservirung des H.es. Mehreres darüber ist bereits im Art. Bauholz im! Band beigebracht; zu vergleichen sind noch ferner die Artikel abbrennen‚, entrinden, Fäulnis, anschwärzen, ablaugen, Chlorzinkee. Einiges sei hier noch nachgeholt: a) Austrocknen des Holzes durch überhitzten Wasserdampf. Man bedarf dazu einen Dampfkessel, in welchem der Dampf bis auf 100—250 erhitzt werden kann. Derselbe wird in einen gut geschlossenen Raum geleitet, in welchem das H. aufgestapelt ist. Der Gewichtspverlust des Hes beim Trocknen nimmt konstant mit den Temperaturen zu, richtet sich aber nach den verschiedenen Holzarten; z. B. verlieren Ulme und Eiche bei 170² ungefähr ½ des absoluten Gewichts. Je stärker die Temperatur ist, desto dunkler wird die Farbe des H.es, Eichenholz wird bei 250 fast ganz schwarz. Die relative Festigkeit nimmt nach dem Austrocknen zu: bei der Eiche um „½, bei Nußbaum ½, bei Tannen / Prozent. Einen zweckmäßigen Holztrockenapparat geben wir unseren Lesern in Fig. 2130 im Längendurchschnitt, und in Fig 2151 im Querschnitt. Der Trockenraum K ist aus fenerfesten Backsteinen gebaut. In ihn mündet der Feuerungskanal a, welcher mit einer besonderen Feuerung B in Verbindung siothek Heidelberg steht, die außerhalb unter einem beweglichen Rauchmantel Hol; a“ angebracht ist. Die Verbrennungsprodukte gelangen führ durch den Kanal in den Trockenraum, verbreiten sich in demselben u entweichen durch die Abzugsöffnungen bein die Sammelkanäle b“, welche mit einem oder mehreren an der Seite der Trockenkammer befindlichen Saugventilatoren V in Verbindung stehen. Diese Ventilatsren dienen dazu, den Rauch aus dem obern Theil der Kammer, wo er natürlich am heißesten ist, anzusaugen und ihn dann durch die beiden unter dem Boden angebrachten horizontalen Kanäle e u. die Oeffnungen 6dem untern Theil der Kammer wieder zuzuführen. — Das zu trocknende H.ist auf einem Wagen o, der sich auf dem Schienengeleise bewegt, so aufgeschichtet, daß die einzelnen Stücke von einander Fig. 2182. getrennt bleiben, damit Rauch und heiße Luft frei zwischen ihnen hindurch⸗ sich ziehen können. Nachdem der beladene Wagen in die zerr Trockenkammer gestoßen worden, schließt man die große Bec Thüre P und verschmiert die Fugen ringsum mit Lehm, um die äußere Luft vom Trockenraum abzusperren. Darauf wird auf dem Herd B mit Brennmaterialien, aus denen sich viel Rauch entwickelt, Feuer angezündet. Wenn der Rauch das H. vollständig einhüllt, setzt man von Zeit zu Zeit die Ventilatoren in Bewegung, um den heißen Rauch aus dem obern Theil wieder in den untern zu bringen, so daß die Temperatur in der Kammer eine fast gleichmäßige wird. Hier ist ferner auf den Art. Hausschwamm hinzuweisen; zu den dort genannten Geheimmitteln gehört auch das Jiquide spécial des Dr. Maneion, welches von Rom aus empfohlen wird.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 49Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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