FeedFirnis
NaturlehreBrockhaus 1882

Firnis nennt man, fast gleichbedeutend mit Lack (Lackfirnis), im allgemeinen eine Flüssigkeit, welche nach ihrer Ausbreitung in dünnen Lagen auf die Oberfläche trockener Körper bald trocknet und einen glänzenden, harten und meist durchsichtigen Überzug liefert, welcher vom Wasser nicht aufgelöst wird und der Einwirkung der Luft mehr oder weniger widersteht. Im engern Sinne versteht man unter F. den durch Kochen von trocknenden fetten Olen (Leinöl, Mohnöl, Nußöl, Hanföl) entweder für sich oder mit Bleioxyd, Zinkoryd, borsaurem Zinkoryd u. dgl. erhaltenen Olfirnis. acke oder Lackfirnisse sind dagegen Lösungen von Harzen und ähnlichen Substanzen, welche se nach dem angewendeten Lösungsmittel zerfallen in 1) feite F., wenn zum Auflösen der Harze Olsirnis gedient hat, 2) Terpentinölfirnisse, welche Lösungen der Harze in Terpentinöl oder Petroleumbenzin sind, und 3) Weingeistfirnisse, die aus Ile Weinaeif der Harze in Alkohol bestehen. An e Weingeistfirnisse schließen sich an die Lösungen der Harze in Holzgeist, Aceton, Chloroform und Schwefelkohlenstoff. Zur Darstellung der Olsirnisse wendet man meist Leinöl an, mitunter auch Harzöl, seltener und nur für einzelne Zwecke Mohn- und Nußöl. Das Trocknen geht nicht vor sich durch Ausdünstung, sondern dadurch, daß der F. Sauerstoff aufnimmt und sich in eine feste Substanz verwandelt; je schneller diese Oxydation vor sich beht desto vorzüglicher ist der F. In Betreff der Festigkeit, Dauerhaftigkeit, Widerstandsfähigkeit gegen Wasser und Hitze stehen die von den Japanesen gefertigten F. allen andern weit voran. Ein sehr konsistenter, schnell trocknender Olfirnis, der mit Ruß oder Kohle im Zustande feinster Zerteilung vermischt wird, ist die Buchdruckerschwärze oder Farbe.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 836Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Naturlehre 6