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Bildende KunstBau-Lexikon 1881

OLla, f., Iat. u. span., 1. Aschenkrug, Urne, Vase, Topf. Die Römer unterschieden z. B.: 0, schlechthin Kochtopf; Aschenkrugnische im Columbarium (s. d.) 2c. Verschiedene Arten der römischen Töpfe wurden zum Wölben (s. Topfgewölbe) benutzt; daher wurden später auch 2. die Priepen, Mönche, Knüpfziegel olla genannt. — 3. f. d. Art. Maß. Gellackstruiß, m. (Mal.), f. d. Art. Oelfirniß, Lackfirniß und Firniß. OUaris lapis, lat., Topfstein (s. d.). Oelmalerei, f., franz peinture f. &I'huile, engl. oilpainting, painting in oil, ital. pittura a oglio. In Bezug auf Vorbereitung und Pflegung gilt für Oelmalerei natürlich dasselbe wie für Oelfarbenanstriche, nur daß Oelgemälde subtiler behandelt werden müssen. Für figürliche Verzierung an äußeren Wänden verdient die Oelmalerei in unserem Klima den Vorzug vor der Freskomalerei, weil die durch Steinkohlenruß etc. hervorgebrachte Beschmutzung durch Abwaschen beseitigt werden kann. Freilich sind die Gefahren des Abhäutens, Aufreißens nur durch sehr sorgfältige Behandlung u. äußerste Vorsicht zu vermeiden. Vergl. jedoch d. Art. Wachsmalerei. Um nun auch an Stellen, wo nicht wohl vom Gerüst aus gemalt werden kann, Oelgemälde anbringen zu können, sowie überhaupt zu Erleichterung für die Maler, kann man bei Befolgung nachstehender Vorschrift das Gemälde auf der Staffelei fertigen u. dann auf die Wand übertragen lassen. Eine Auflösung von Kautschuk oder Guttapercha wird auf einem durch Wasser löslichen Grund (Gummi-arabicum, Leimwasser, Kleister) auf Papier aufgetragen und darauf das Bild auf gewöhnliche Weise in Oel gemalt. Ist das Bild trocken, so löst man den Grund ab und das Gemälde bildet eine zähe Haut. Dieselbe bleibt viele Monate lang geschmeidig, muß aber beim Aufrollen mit feinem Fließpapier belegt werden. Soll das Bild nun an seinem Bestimmungsort befestigt werden, so giebt man der betreffenden Stelle einen Grundanstrich von Oelfarbe (Bleiweiß) oder einer andern klebrigen Substanz, streicht das Gemälde auf der Rückseite mit derselben Masse, legt es auf und reibt es fest. Oelmalerfarbe, f. (Mal.), s. d. Art. Oelfarbe.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 471Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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