Wachsmalerei, f., frz. peinture f.a la cire, engl. waxpainting, 1. eingebrannte W., engl. encaustie (painting), lat. cerostrotum, pictura encaustica. Die Alten hatten zwei Arten der W.: bei der Pinselmalerei wurde gefärbtes 3Wachs heiß mit dem Pinsel aufgetragen, dann aber durch t Unterhalten einer Kohlenpfanne, griech. αοανοπιν, noch⸗ ⸗„mals flüssig gemacht u. so zum Eindringen in die Fläche „gebracht; s. Enkaustik. Wo ein solcher Anstrich wassert dicht sein sollte, setzte man dem Wachs noch Pech oder Harz (Terpentin) zu, und das Gemisch hieß dann Lopissa. Bei der Griffelmalerei wurde auf eine mit Wachs überzogene „Fläche die Zeichnung mit einem Griffel eingegraben und „die so entstandenen Ritze mit farbigem Wachs ausgefüllt, dies aber mit einem heißen Griffel vertrieben und mit dem Kauterion eingebrannt. — 2. Kalte W. Man thut in einen Topf 16 g. gelbes Wachs, 30 g. Terpentinöl, 25g. Leinölfirniß u. 33g. Dammarlack, bringt diese Mischung über geschlossenem Feuer zum Schmelzen, schüttet dann noch, während es auf dem Feuer steht, 20 g. Terpentinöl und 10 g. Leinölfirniß zu. Man kann auch den Lack weglassen, wobei die Farbe nach dem Trocknen etwas weicher t bleibt, freilich auch leicht klebt. Sobald die Mischung eben beginnen will zu sieden, nimmt man sie vom Feuer und rührt fleißig um, bis sie eine pomadenartige Subsistenz zeigt. Dann bewahrt man sie in wohlverschlossenen weithalsigen Gefäßen auf. Die Farben werden in Leinölfirniß )dick abgerieben und jede derselben unmittelbar vor dem Gebrauch mit der geeigneten Menge der Wachsmischung und Terpentinöls malfertig angemacht, wobei man noch ein wenig Leinölfirniß zuthun kann. Wünscht man weniger Glanz, so nimmt man mehr Terpentin, wünscht man lebhaften Glanz, mehr Leinölfirniß oder auch noch et⸗ „was Lack. Der Grundiranstrich sowie die fertige Untermalung und dann nochmals die fertige Malerei werden leicht mit wollenen Lappen überrieben. Die fertige Malerei kann man auch nochmals, aber mit sehr leichter Pinselführung, mit der Wachsmischung, die zu diesem Behuf mit gleichen Mäßtheilen Terpentin, Leinölfirniß u. Dammarlack zu einem dünnflüssigen Lack verdünnt wird, übergehen und dann kräftig mit Wollenlappen überreiben. Dann ist sie in Bezug auf Milde des Glanzes und Dauer pvöllig der eingebrannten W.ebenbürtig. — 3. Etwa 2 bis 10 Jahr alte Leimfarbenmalerei kann man durch einen Ueberstrich mit der letztgenannten verdünnten Mischung in W. verwandeln. Dabei werden Flecke entstehen, dieman aber nur in größeren glatten Flächen bemerkt, die also dann einmal mit Wachsfarbe überstrichen werden müssen, während man in dem Ornament re. blos die hellsten Lichter mit Wachsfarbe aufzuhellen braucht.