
persische Kunst, k., frz. art des Perses, engl. pers art. Zwischen dem Persischen Meerbusen, dem Kaspise Meer, dem Tigris und Indus wohnte der medopersi Zweig des arischen Volksstammes. Ursprünglich verehr diese Völker das Licht in Gestalt des Feuers mit An kennung eines zweiten herrschenden Wesens, der Finstern Zoroaster reformirte diese Religion durch das heilige Br die Zendavesta, das er schrieb. Die Hauptlehren dessell sind folgende: Ahriman gebietet Uber die Dews (Teufel), Ormuzd über 7 Amschaspands, 28 Izeds (Schutzengel) vom Palast des Kerxes. u. über die Ferwers (Personifikationen guter GEigenschaften, die aber der Läuterung im Kampf mit dem Bösen noch bedürfen und zu diesem Behuf als Menschen auf Erden leben). Wenn das Böse Alles zu überwältigen droht, fendet Ormuzd einen Erlöser Sosisch (Jesus 7). Diese in ihren Grundzügen und bes. in dem die Moralvorschriften Theil höchst reine, dem Christenthum sich nähernde Lehre war, um sie dem Volk begreiflich zu machen, hinter einem Mythus versteckt, der den niederen Volksschichten als die eigentliche Religion erschien. Erste Periode. Vorstufe, medische Kunst. Von denverschiedenen verwandten Stämmen war ursprünglich der der Meder der Fig. 2804. herrschende. König Saäule vom Palast des Rerxes. Desoees, nach der Bibel Arphaxad, gründete in Großmedien die Hauptstadt Ekbatana etwa um 700 v. Chr. u. in der Provinz Atropatene aber die Sommerresidenz Chazaka, auch das zweite Ekbatana gen. Sein Sohn Phraortes, der die Perfer unterjochte, gründete Phraata; dessen Sohn Kyaraxes zerstörte mit Nabopolassar im Bunde Niniveh; dessen Sohn Astyages unterlag dem Kyros. Die Burg von Ekbatana war von 7 konzentrischen Mauern umgeben, von denen immer eineüber die nächstäußere emporragte; die Zinnen derselben waren bunt gefärbt, und an nachstehenderReihenfol ge von außen nach innen: weiß, schwarz, purpurroth, blau, röthlichbraun, Silber, Gold, so die Stufen des die Sonne umgebenden Himmels durch die Farben der damals bekannten Planeten darstellend; die äußerste und zugleich niedrigste hatte einen Umfang von neun Stunden Weges. Thürme von 42 m. Höhe flankürten diese Mauern. Im Palast selbst bestanden Säulen, Balken u. Wandypressenholz, mit Goldu. Silberblech beschlagen, ebenso waren die Dachziegel versilbert. Die Gebäude hatten also mit Ziegeln gedeckte, folglich schräge Dächer. In der Provinz Azerbeidschahan, beim Hügel Takt-i-Soleiman am Urmiassem liegen die noch nicht gehörig durchforschten Trümmer von Chazaka. Bei dem Dorf Fig. 2806. Moschee zu Tabriz. ders Zeit als Sommerresidenz der persischen Könige diente. Auf dem Hügel Bir-Soutoun bei Kermanschah glaubt man die Trümmer einer dritten medischen Stadt, Bagistan, gefunden zu haben, darunter zwei Felsengrotten von nahezu elliptischer Wölblinie und eben solchem Eingangsloch, dessen Archivolte mit Wasserblättern verziert ist, während am Schlußstein eine halbmondähnliche Verzierung, vermuthlich eine Krone, . Imaret der Uhlu-Dschami zu Erzerum. mit flalternden Bändern angebracht ist. Darüber lagern sich Zinnen. Die Bogenzwickel u. inneren Wände sind mit Skulptur besetzt. Die größte dieser Grotten ist unter dem Namen Tak-i-Bostan bekannt. Zweite Periode. von Kyros bis Klerxander den Großen, 560—332 v. Chr. Die Macht der Meder wurde 537 von den Persern unter Koreisch oder Kyros (Cyrus) gestürzt (s. d. Art. assyrische Baukunst). Diese Perser waren ursprünglich ein rohes, unverderbtes Bergvolk von Jägern und Kriegern, wurden aber dann feinkultivirt und bald ELBERG O Universitätsbibliothe denen zunächst die Krieger als das Böse standen. Durch diese Lehren sowie durch Klima, Lebensweise etc. wurde der Charakter der persischen Architektur bestimmt; Einzelformen nahmen sie von den Assyrern, Medern, Babyloniern, Aegyptern u. Griechen auf, da sie auch der letzteren asiatische Kolonien unterjochten. Sie scheinen nur zu öffentlichen Bauten dauerhaftes Material, zu den Wohnhäusern Holz verwendet zu haben, was vor ihrem Aufsteigen ihr Hauptmaterial gewesen war. Das Mauermaterial waren Luftziegel für Privatbauten, Quadern für öffentliche Bauten. 1. Tempel. Eigentliche große Tempelbauten scheinen die Perser nicht gehabt zu haben, da die Könige Gottes Statthalter waren. Die größeren Feuertempel waren eben nur überbaute Herde u. hießen Derimher. Wir geben in Fig. 2796 einen solchen, der in Isthakar den Gräbern von Nakschi-Rustam gegenin Passargadä gefunden worden, Mekka. Möglich, daß eineleich-Halle ihn früher umgab, wie Feuertempel; ob die Arvisgahls. d.) invor demselben sich befand, wissen vermuthen, daß sie auf einer Freitreppe errichtet war, wie in Fig. 2812. Feuerstätten, Herde, hießen Dadgah sie Chammanin und Bamoth, Gräber. Da man den Herrschern erwies, so waren natürlich die großer Sorgfalt und Pflege. In der stets große Parks mit Wildgärten man meist die Gräber anlegte. Passargadä, lag auch das Grab des Grab des Khodabendah zu Sultanieh. erhebt sich pyramidenförmig in auf diesem Unterbau sich erheben-Giebeldach u sehr kleiner Thüre stand 18835d3/0530 ein goldener Sarg mit Sesseln daneben, sowie Teppiche, Gewänder etc. von babylonischer Arbeit. Ein Peribolos Das untere hat in der Mitte eine fingirte Thüre, flankirt von vier Säulen, deren Kapitäle zwei vereinte Einhornköpfe bilden, zwischen denen das Hirnende des Unterbalkens vortritt; s. Fig. 2798 u. 2799. Die Schäfte sind bei einigen der Gräber kanälirt, die Füße ziemlich hoch u. in Gestalt eines verkehrt fallenden Karnieses gebildet, s. Fig. 2804; auf dem Fries des Gebälkes ist bei einigen eine Reihe von Hunden ausgehauen; das zweite Geschoß ist etwas schmäler: zwischen zwei doggenähnlichen Säulen od. vielmehr Sargfüßen — denn dieses obere Geschoß scheint, wenigstens bei einigen Gräbern, den Katafalk des Königs vorzustellen — stehen zwei Reihen Lastträger über einander, welche ein Gesims tragen. Auf der durch dieses Gesims dargestellten Plattform befindet sich ein Altar, vor dem der König steht, darüber schwebt die Sonne u. ein Ferwer, so die Apotheose des Königs darstellend. — 3. Paläste u. Städte. Um 540 wurde Passargadä gegründet, um 525 datirt der Palast des Sit Cambyses daselbst, von dem nur noch in der Gegend von Murghab bei Schiras Substruktionsmauern (Fig. 2800) vorhanden sind. 522 verlegte Darius die Residenz nach der heiligen Stadt Persepolis, wo er 521 einen Palast erbaute. 486 baute Xerxes einen Palast, eine Halle zu Persepolis u. auch eine Halle zu Susa. Zwischen 408 u. 360 restaurirte Artaxerxes Mnemon die gesamten Paläste u. Hallen, u. 332 verbrannte Alexander die herrlichen Anlagen zu Persepolis. In Susa sind nur wenige Reste erhalten, welche aber genau dieselbe Disposition u. denselben Stil zeigen wie in Persepolis. Die Trümmer der Palastanlagen von Persepolis liegen in der Ebene von Mordascht bei Schiras und heißen bei den Umwohnern die Trümmer der nördlichen Gruppe Haram-i-Dschemschid (Harehm des Dschemschid) od. Schloß von Isthakar, die bedeutendere aber am Auslauf gegen die Ebene Takt-i-Dschemschid (Thron des Dschemschid) oder auch Tschil Minar, d. h. Vierzig Säulen. Eine genau orientirte Plattform von 420 m. Länge bei mehr als 270m. Breite bildet den Unterbau des Portalen, Gebäudeecken etc. vielfach angebracht, darunter namentlich der geflügelte Stier mit Menschenantlitz, das Einhorn u. die persische Sphinxmit Männerantlitz, Pferdehufen, Löwenkörper und Flügeln. Hofleute und Krieger, Repräsentanten der unterjochten Nationen etc.,sind vielfach 11. Madrissa des Hussein Schah zu Ispahan. inRelief dargestellt; häufig kehrt ein das Einhorn zerreißender Löwe (Meder von Persern besiegt) wieder. Säulenhallen, Reste von Gebäuden etc. nehmen die beiden oberen Terrassen ein; darunter ist am besten erhalten der Palast des Darius — jetzt Kanei-Dara gen. — gebaut vom Architekten Ardasta; er besteht aus einem quadratischen Mittelsal mit 16 Säulen, der auf drei Seiten von Zimmern umgeben ist, vor dem sich aber zwischen den vorspringenden Flügeln der Zimmerreihen eine Vorhalle von 8 Säulen erhebt. Der Palast des Kerxes, weniger gut erhalten, ist fast ebenso disponirt, aber beträchtlich größer, auch fehlt ihm die Zimmerreihe an der Rückseite. Wir geben von ihm in Fig. 2801 den Grundriß, in Fig. 2802 eine Außenansicht der Ruine, von A im Grundriß aus gesehen, u. in Fig. 2803 einen restaurirten Durchschnitt bei B0 des Grundrisses. Fast ebenso disponirt, bei nahezu doppelter Größe, aber derselben Säulenanzahl, ist die Halle des Kerxes, nur daß an Stelle der Seitensäle hier zu den Seiten des Hauptsäls eben solche Hallen stehen, wie an der Vor-Sbibliothe Heidelberg derseite. Diese Hallen erinnern lebhaft an die Tschultrys Ostindiens Die Säulen der Hallen sind sämtlich kanälirt, das Kapitäl gabelförmig mit zwei Einhörnern auf aufrecht gestellten Doppelvoluten verziert, zwischen denen der Querbalken aufruhte, s. Fig. 2804; die Zwischenräume zwischen den Säulen waren durch Vorhänge verschlossen, so daß die Hallen einen Säl für große Ceremonien bildeten. Die reicheren Reliefs, wahrscheinlich auch die Ornamente der äußerst schlanken Säulen, waren zum Theil mit Gold ausgelegt. Die Schneckenkapitäle, die sich besonders schön in den Trümmern von Susa, bei Schusch am Tigris, gefunden haben, können jedoch nicht, wie man wohl hat behaupten wollen, auf ionischen Einfluß deuten, denn die Schnecken hängen nicht herab, sondern stehen aufrecht; sie deuten nicht, wie die ionischen, auf eine Wirkung der Last, sondern vielmehr auf einen Ueberschuß der Kraft. Dritte Periode. Sassaniden-Bauten. Eine neue Kunstblüte entfaltete sich im 3. Jahrh.n. Chr. im neupersischen Reich unter den Sassaniden und wucherte bis 642 n. Chr.;, s. darüber d. Art. sassanidische Bauweise. Bierte Periode Perso mohammedanische Aunst. Im Jahre 642 eroberten die Mohammedaner Persien. Unter Harun al Raschid (786—809) entfalteten Wissenschaft u. Kunst einen weitstrahlenden Glanz in Bagdad. Leider ist uns kein Denkmal dieser Zeit geblieben. Tataren u. Seldschuken haben fast Alles zerstört. Das früheste Gebäude mohammedanischer Kunst, das Imaret oder Karawanserai der Uhlu Oschami zu Erzerum, auch unter dem Namen Tschifteh Minareh, die 2 Minarets, bekannt (Fig. 2805), mag aus der ersten Hälfte des 13. Jahrh. stammen, wo der Seldschuk Aladdin Knikabad die Stadt wieder aufbaute. Man kommt wirklich in Versuchung, diesen von zwei Arkadengeschossen umgebenen Hof mit seinen durchgehenden Mittel-Seite mit dem Portal auf einer der Schmalverlängernden zwölfeckigen Grab-Gründers), für eine siculonormannische Grabmal ist mit einer Kuppel bedeckt, armenische Vorbilder, eine zwölf-Die kurzen, dicken Säulen, die abgefasten Platten, die Kuppel über beinahe auf oecidentalen Einfluß und vielleicht ganz unbewußten Einverschiedenen Richtungen mittelalter-Moschee zu Tabriz (Fig. 2806 u. 1294 gebaut, zeigt im Grundriß Innern ebenfalls große Annäherung jener Zeit, die Dekoration jedoch,‚ glasirten Ziegeln ausgeführt, ist in Bezug auf den maßlosen Reichzu Ispahan zeugen-von 3scher. Allgemein ist allen diesen größeren Gebäuden die beinahe übermäßig häufige Anwendung der Reihen sowohl als auch zu Ueberdeckung der Moder ganze Raum in eine oftsehr große Anzahl kleiner Quadrate getheilt erder an diesem Grab noch ziemlich einer kleinen Schneppe auftritt, Kielbogen aus. Die Kuppeln nahmen Zwiebelform an. Ein Beispiel für mohammedanischen Stils s. Fig. erbaute Madrissa (Hochschule), welche aus der Sufidynastie, in Ispahan der ältesten Religion Persiens, die Feueranbeter, konnten bei der Unter-Duldungsedikt vom 30. Nov. bezüglich der baulichen Formen Religion, deren Strömung wider-Atesch-ga zu Baku, Fig. 2812, Seit dem Eindringen der Afghanen europäischen Einfluß in Bezug hingegeben, so daß seitdem nichts worden ist, sondern eine eben so große Stilverwirrung dort herrscht wie bei uns. Nur Eins haben die Perser erhalten, die Vorliebe für die zwiebelähnlich geschweifte Kuppel und den äußerlichen









