FeedSkene
VerkehrBau-Lexikon 1881
Fig. 3330. Plan des großen Theaters von Pompeji.
Fig. 3330. Plan des großen Theaters von Pompeji.

Skene bestand aus einer Rückwand (em⁰ν½) und zweir vorspringenden Flügeln (Kνπναh. Die Vorderwand, samt dem hinter ihr unter der Bühne gelegenen Raum, hieß ärooxrvroy. In der Rückwand waren drei, bei größeren Ten auch fünf Thüren; die mittlere, q, führte in das Haus und vor ihr stand ein Altar (ee) des Apollo, sowie ein Tisch zum Opferbackwerk (ocodie). Diese Thüre führte zu dem Aufenthaltsort der Hauptrolle; die vechte, r, führte zu dem Aufenthaltsort der Personen zweiten Ranges, der Bürger, in die Stadt; die linke, p, für die niedrigen Rollen zum Auftreten dienend, führte in einen verfallenen Tempel oder ins Freie; bei der Komödie befand sich neben der Mittelthür der Eingang zu einem Stall (xMr)/ auf einem ile Vorhang (raanerμ¹μ⁵) dargestellt, die vechte Thür führte lt, zu einem Wirthshaus, die linke zu einem Gefängnis. Bei ich den Nebenthüren standen Spillen 1 m, an denen dreiseitige rn drehbare Coulissen (Keplartot) angebracht waren, deren vorgedrehter Theil also die Scenenveränderung andeutete. in Noch gab es folgende Maschinen und Dekorationsstücke: ), das Eklyklema (νπνππρο), dies war ein Gestell mit einem die Sessel darauf, zum Vorrollen aus dem Haus (deutet die Berlegung der Handlung in das Innere des Hauses an); die ganz ähnliche, aber etwas größere (ESοστροσ, eine Maschine, worauf Götter zum Vorschein kamen, bei der Komödie meist als Baum gestaltet; ferner eine Warte, ein Thurm, eine Signalwarte, eine Mauer, ein Distegia (SrcreTi), d. h. hochliegendes Gemach oder Dachfenster, Blitzthurm und Donnermaschine, Keraunoskopion, letztere hinter der Skene, das Theologeion (Göttersprechplatz) über derselben, ein Krahn zum Wegheben von Körpern von der Bühne, Hängeleinen für schwebende Gestalten, verschiedene Ueberzüge (araNre) für die Periaktoi etc.; der Halbzirkel Nien, in der Orchestra aufgestellt, diente, um entfernte (z. B. im Meer befindliche) Personen vorzuführen; das Stropheion, der Wender, die im Krieg Umkommenden, od. die unter die Götter aufgenommenen Personen darzustellen; auf den Charonischen Stiegen, nahe dem Dromos, n stiegen die Manen auf; endlich kommen noch Bersenkungen ie hinzu. Nach Alledem war es bei griechischen Tin auf Illun sion wenig abgesehen, sondern man begnügte sich mit Andeutungen in seenischer Beziehung; dagegen wurde um so mehr Sorgfalt auf die Akustik verwendet und Alles verrmieden, was ein Entweichen des Schalles, ein Mißtönen, f Dröhnen oder gar Echo hervorrufen konnte. Dies mußte nschon bei der Wahl des Ortes zu Anlage eines Tes um so hmehr berücksichtigt werden, weil die T. in der ersten Zeit ganz unbedeckt waren u. später nur mit Segeln überdeckt wurden. — 2. Odeion. Theater zu Musikaufführungen. Diese waren im ganzen dem T. nachgebildet, aber kleiner, auch mit noch einfacheren Bühneneinrichtungen, in der Regel mit festen, gemauerten Scenedekorationen versehen, und hatten oft ein festes Holzdach. Meist liegen sie neben dem T. selbst. B. Das römisch-griechische T. So könnte man füglich diejenigen T. nennen, welche von den Römern unter bedeutendem griechischen Einfluß oder von griechischen Kolonisten unter römischer Herrschaft gebaut, oder auch von Griechen gehaut, aber von den Römern umgeändert worden sind, kurz, die eine Bereinigung römischer und griechischer Einrichtungen zeigen. Zu ihnen gehört das Tvon Pompeji (Fig. 3330), welches eine nach griechischer Weise über den Halbkreis hinausgeführte cavea A hat, während die Bühne (Scena) bund die Orchestra B nach römischer Weise eingerichtet sind, s ist einer der Ausgänge. O. Dus römische oder lateinische T. Auch dies ist in der Hauptsache dem griechischen nachgebildet. Die Sitze bilden jedoch in der Regel nur einen Halbkreis. Die Orchestra wird zu Sitzen für Senat und Gesandte benutzt, also unserm Parterre nahegeführt; zu diesem Behuf umziehen die Orchestra drei oder vier niedrige Stufen a a 3u Aufstellung der beweglichen Curulstühle. Fig. 3331 zeigt den Grundriß des T.s zu Sagunt Murviedro)nach eigener Aufnahme. Das Orchester selbst besindet sich in einem vertieften Raum bb zwischen dem Parterre und dem Proscenium oder Pulpitum (Vordertheil der scena), welches nach Vitruv nicht mehr als 1½ m. höher als das Parterre sein darf und wohl oft von Holz sein mochte, denn es ist nicht überall erhalten. In unserm Beispiel mag es bei 0 gestanden haben. Der Dromos wurde oft überwölbt u. mit Sitzstufen überbaut; die römische Scena war breiter und tiefer als die griechische. Der Zuschauerraum, CavVeA, stieg wie bei den Griechen in Sitzstufen (gradus) fg hauf. Da jedoch die Römer ihre T. meist frei aufbauten, so liefen die Dreppen o b zu den praecinctiones de (Gänge zwischen den Rängen, maeniana) im Unterbau u. mundeten durch Eingänge (vomitoria) in den Zuschauerraum. Dieser sowohl als die Scena war meist mit großem Luxus ausgestattet. Die Höhe der Sitzstufen (subsellia) variirt von 50—58 cm.; der Auftritt zerfiel inzwei Theile; der vordere, oein Fig. 3329, als Sitz, war etwas höher; der hintere, d, den zunächst dahinter Sitzenden zum Auftreten dienend, etwas tiefer gelegt; s. d. Art. cavea. Die offenen kleinen Treppen (ascensus), von den Vomitorien nach den zu ihnen gehörigen, meist unter der betreffenden praecinctio abwärts liegenden Sitzen, waren nach Bedürfnis der Größe des T.s vertheilt und zwischen die Sitzstufen eingeschoben, welche dadurch in keilförmige Abschnitte (eunei) getheilt wurden. Oben waren die Zuschauersitze von einem Säulengang 1(Fig. 3331) umzogen, der wohl auch als Gallerie für Zuschauer diente. Das podiam, die Vorderwand des pulpitum, ward als fortlaufendes Postament verziert. Die Seena war in der Regel über der 2—3 Stockwerk hohen Wand mit einem nach vorn schräg aufsteigenden Plafond versehen, s. Fig.3382. Die Hinterwand der Scena (fFrons scenae) hatte fünf Thüren, die mittlere hieß Königsthür. Ihr zunächst lagen die Gastthüren u dann folgten noch zwei Seiteneingänge. Die Periaktoi wurden beibehalten u. standen zwischen den Gastthüren und den versurae (Seitenflügeln), in denen bei den kieinen Tin die Nebenthüren lagen. Doch scheinen die Römer danach gestrebt zu haben, den Dekorationswechsel durch aufgehängte bemalte Teppiche etwas illusorischer zu machen, als er bei den Griechen war. Auch hatten sie Vorhänge (aulaea), die, zu Ende der Fig. 3331. Grundri Vorftellung hinaufgezogen; andere, si-Paria, die, in den Zwischenakten von der Seite her zusammengezogen, die Bühne den Blicken eutzogen. Hinter der Bühne im postscenium lagen die Garderoben, Magazine etc. EImun, und wo es der Raum erlaubte, auch Wohnungen der Schauspieler mit Peristylen zum Memoriren, zum Ordnen der Chöre u. Festzüge etc. Sehr große Sorgfalt wendeten die Römer auch der Akustik der T. und Odeien zu; s. d. Art. acetabulum, Echeion etc. Ueber das theatrum venatorium s. d. Art. Amphitheater. D. T. des Mittelalters. Da fast das ganze Mittelalter hindurch die darstellende Kunst, wie alle Kunst, in den Händen der Geistlichkeit ruhend, sich nur mit Scenen aus der heiligen Geschichte abgab, die, aus symbolischen Handlungen, Bibelstellen u. Hymnen zusammengesetzt, von Priestern aufgeführt wurden u. sich allmählich zu wirklichen liturgischen Dramen, franz. Wysteres, u., engl. mystery, span. Auto, allegorischen Stücken, fez. moralité, engl. moral play, und zu komischen Nachspielen, franz. Farees, entwickelten, von denen sich das Passionsspiel am meisten ausbildete u. denen sich dann Legendenspiele (miracle-plays) anschlossen, die auf zu jeder Aufführung besonders gebauten Gerüsten vor sich gingen, so wissen wir über die Einrichtung dieser Gerüste ungemein wenig. Es scheint, daß in manchen Kirchen dem Altarplatz gegenüber feste, und zwar dreistockige derartige Gerüste bestanden, während sie meist nur temporär waren. Im 13. Jahrh. hereits thaten sich besondere Brüderschaften auf, welche die Aufführungen in die Hand nahmen. Nach dem Sinken der geistlichen Macht bildeten sich zu Ende des 15. Jahrh. im Anschluß an die Brüderschaftsthegter allmählich rofantheater, und zwar zunächst nur private. Das Schauspiel hatte dabei noch keine selbständige Geltung, sondern trat blos als Zwischenspiel der Ballette oder vielmehr Pantomimen auf. Die geistlichen Spiele aber bestanden in Frankreich bis 1548, in England bis 1604, in Spanien bis um 1750, ja bestehen hier und da noch jetzt, z. B. in Malaga, in Oberammergau etc. E. L. der Renaissance. Schon im 15. Jahrh erbauten iß des Theaters von Sagunt, nach eigener Aufnahme von O. Mothes. die Brüderschaften (6. sud D.) bes. in Italien hier und da feste Theater, z. B. die Fraternitz della Passione zu Velletri, eine andere ein solches zwischen Fondi u. Terraeina, in völlig getreuer Nachahmung der antikrömischen T. mit fester steinerner Scena. Allmählich, namentlich nach der Reformation, emanzipirte sich das Schauspiel 3332. Restaurirter Durchschnitt des Theaters zu Sagunt. ganz von der Kirche u. behandelte meist historische Stoffe.

Skene
Skene
Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 324Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Verkehr 6