
ofen, Porzellan, Ziegelfabrikation etc. Gesagte u im Detail auf die in dieser Beziehung sehr reiche Spezialliteratur. IV. Glasuren für die verschiedenen T. 1. Das Porzellan, aus Kaolin dargestellt, würde sich zu einer undurchsichtigen, erdigen Masse brennen; um es glasglatt auf der Oberfläche erscheinen zu lassen, wird es mit einer Glasur versehen. Diese Glasur enthält dieselben Bestandtheile wie die Grundmasse, aber in solchem Verhältnis, daß sie bei niedrigerer Temperatur flüssig wird als die Grundmasse. Im allgemeinen wendet man auf 4 Th. geschlämmten Kaolin 1 Th. durch Feldspatgehalt schmelzbaren Sand an. Damit die Masse beim Brennen nicht rissig wird, setzt man gewöhnliche Kreide zu, und zwar dann auf 70 Th. Kaolin 25 Th. Sand u. 8 Th. Kreide. Diese Verhältnisse müssen aber oft abgeändert werden, da es ganz auf die Zusammensetzung des Kaolins ankommt. Wir verweisen hier auf die betreffende Literatur. — 2. Beim feinen Steinzeug ersetzt gewöhnlich die oberflächliche Schmelzung die Glasur. Will man eine künstliche Glasur haben, so überzieht man das Innere der Kapseln, in welchen die Geschirre stehen, mit einer Mischung von 60 Th. Kochsalz, 28 Th. Potasche und 5 Th. Bleioxyd. Die sich entwickelnden Dämpfe von Kochsalz und Chlorblei überziehen die Mafsfe mit einem Glas. — 3. Das Innere von Gefäßen überzieht man auch häufig mit einer Bleioxyd u. Borsäure haltenden Glasur; z. B. aus 35 Th. Feldspat, 25 Th. Quarzsand, 20 Th. Mennige, 15 Th. gebranntem Borax und 5 Th. Potasche. — 4. Die Glasur für feine Fayenee ist sehr schwierig herzustellen; sie muß hart genug sein und darf keine Neigung haben, Risse und Sprünge beim Erkalten der gebrannten Wäre zu bekommen. — 5. In England verwendet man häufig den aus Peru kommenden borsauren Kalk zu Glasur. Die Glasur des Geschirres von Creil besteht aus 40 Th. Borax, 25 Th. Feldspat, 20 Th. kohlensaurem Kalk, 20 Th. Mennige, 19 Th. Bleiglätte. Dieses Gemisch wird zu Glas geschmolzen u. 62 Th. davon mit 13 Th. Feldspat u. 25 Th. Quarzpulver gemengt und auf die Masse aufgetragen. — Die gemeine Fayence wird mit einem Glase aus Kieselerde, Bleioxyd und Alkali, welches durch Zinnoxyd u. Antimonsäure in ein undurchsichtiges Email verwandelt wird, glasirt. Man stellt Oxydgemenge von 77 Th. Bleioxyd und 23 Th. Zinnoxyd, oder 17 Th. Zinnoxyd u. 77 Th. Bleioxyd (für weichere Glasur) dar. Vom ersteren (härtere Glasur) schmilzt man 45 Th. mit eben so viel Auarz und 2 Th. Mennige, 5 Th. Kochsalz u. 3 Th. kalzinirter Soda zusammen; für die weichere Glafur werden auf 45 Th. der Oxydgemenge nur 3 Th. Soda und 7 Th. Kochsalz zugesetzt. Die gemahlenen Glasuren werden mit Wasser zu einer Schlämpe angerührt u. durch Eintauchen, Begießen oder Schwenken auf die Gefäße aufgebracht. — 7. Eine gute weiße Ofenkachelglasur kann zusammengesetzt werden aus 23 Th. Bleioxyd, 15 Th. Zinnoxyd, 43 Th. Kieselerde, 0,, Th. Eisenoxyd u. 3 Th. Kalk; durch Fritten von 25 Th. Mennige, 16 Th. Zinnoxyd, 38 Th. Quarz, 12 Th. Thon, eirca 10 Th. Kalk und Magnesia und 18 Th. Soda würde man eine ähnliche Glasur erhalten. — 8. Die Glasur für gemeines Töpferzeug wird am häufigsten aus Bleiglätte und Thon hergestellt. Je nach der Beschaffenheit des Thones, den man verarbeitet, wechselt die Menge des zusetzbaren Bleioxydes. siothek Heidelberg DFC fäß bis zum Schmelzen der Glasur. V. Fürbige Glasur: 1. Bereitung des Flußmittels: tr 30 Th. Harz werden in eine Kapsel gethan und in ein nach n und nach erwärmtes Sandbad gestellt; dann setzt man in kleinen Portionen 10 Th. salpetersaures Wismuth zu und rührt diese Mischung gut um; fängt sie an, sichzu bräunen,‚d so gießt man nach Verhältnis bis zu 40 Th. Lavendelöl l zu u. rührt gut um, bis Alles gehörig geschmolzen, nimmt die Kapsel aus dem Sandbad u. läßt sie gehörig abkühlen, worauf noch ca. 35 Th. Lavendelöl aufgegossen werden. — 2. Bereitung der Färbestoffe. a) Gelb. In einer (wie oben) erwärmten Kapsel schmilzt man 60 Th. Kolophonium; beginnt dies zu schmelzen, so setzt man 10 Th. zerstoßen es, salzsaures Uranium, u. zu leichtererVermischung 35—40 Th. Lavendelöl zu. Wenn diese Masse gleichmäßig umgerührt ist, nimmt man die Kapsel vom Feuer u. setzt 30—35 Th. Lavendelöl zu. Darauf wird die Farbe mit gleichen Theilen obigen Flußmittels vermengt, mit dem Pinsel auf den Gegenstand gestrichen und hierauf derselbe nochmals gebrannt. b) Roth, Orange⸗ oder Nankinfarbe. 15 Th. Kolophonium läßt man wie oben zergehen u setzt gleich nach der Schmelzung 15 Th. zerstoßenes, salzsaures Palette mit Terpentinöl zu einem Teig gerieben, den man rocknet, um ihn mit Lavendelöl zu verreiben; dann setzt nan zu 1 Th. dieser Masse 1, 2, 3 oder 4—10 Th. des bigen Flußmittels zu. Nach erfolgtem Ueberzug über-Lübeck. Zu Art. Thor. zieht man den Gegenstand noch miteiner Uranlösung, wodurch man mehr oder minder dunkle Töne erhält. Die betr. Gegenstände müssen gut vom Staub gereinigt, die Schichten mit dem Pinsel nicht zu dick und nicht zu dünn rufgetragen werden. Alle diese Präparate kann man auch auf Glas anwenden; man nimmt dazu Wismuthfluß, mit Bleifluß vermengt. VI. Bronzirung fertiger T., s. Bronzefarben. Thonziegel, m., Backstein von Thon; s. Backstein, Baustein, Mauerstein und Dachziegel, bes. aber d. Art. Ziegel. Thor, n., 1. frz. porte cochère, engl. gate, largedoor, portal, lat. porte, pertuseria, ostium, pila, in ein Haus, Wirthschaftsgebäude, Hofraum, einen Garten, durch eine Ringmauer etc. führender, für Thiere Uund Menschen bestimmter weiter Eingang; auch nennt man uneigentlich so die Thorflugel, frz. vantail, engl. wing, door-leaf, mit welchen diese Eingänge verschlossen werden. Minimalmäß eines Einfahrtthores, einer Thorfahrt, ist 23 m. Breite und 2, m. Höhe. Bei Tien, die überbaut werden, u. meist Thorweg, Einfahrtsthor, Unterfahrt etc. genannt werden, kann man die Seitengewände, Thorgewände, aufmauern oder aus Werkstücken zusammensetzen; sie können dann scheitrechten Sturz, gedrückten oder vollen Bogen erhalten. Zu Seiten des Tes bringe man, wo es der Raum gestattet, Thüren für die Fußgänger an. Man fertigt die Thorflügel aus Eisengitter, aus Eisenrahmen mit Blechbeschlag, aus starken Bohlen oder Bretern, endlich auch und zwar am elegantesten aus Rahmen mit eingestemmten oder überschobenen Füllungen, je nach dem Stil des Gebäudes. Das Beschläge, Thorbeschläge, besteht entweder aus Angeln, Zapfen und Pfannen, oder aus langen eisernen Bändern, die in Haspen hängen, welche in der Wand oder in dem Thürgewände befestigt sind. Noch besser ist es, die eisernen Bünder, statt in Oehre, in überspringende Zapfen endigen zu lassen u. Pfannen statt der Haspen zu gebrauchen. Für das Hängen in Angeln eignet sich die Konstruktion in Füllungen weniger gut als die ältere, noch jetzt für Scheunenthore gewöhnliche: jeder Flügel erhält eine Drehspille u. eine schräge Strebe, vom unteren Theil der Drehspille nach dem oberen Ende des Flügels, sowie einige Querriegel, und dieses Gerüst wird mit Bretern belegt, die am häufigsten lothrecht oder schräg stehen. Der Verschluß geschieht dann mittels eines drehbaren Querriegels, der sich in Haken an beiden Flügeln einlegt. Bei weiten, bes. nicht überbauten Ten, also bei Hofthoren, Gartenthoren etc., bringt man gern unten am vorderen Ende des Flügels eiserne Rollen an, da die Thorflügel viel Uebergewicht haben; doch sind sie nur da anwendbar, wo der Fußboden hart u. eben ist. Trotzdem müssen die Pfeiler solcher Tie, Thorpfeiler, sehr viel Wuchtung aushalten, und es ist daher kaum anzurathen, sie aus Ziegeln aufzumauern. Bei solchen nicht überbauten Ten sindeingegrabene Chorsänlen von Holz nicht unzweckmäßig, obgleich nicht so dauerhaft wie monolithe Thorsänlen aus Stein, die aber mindestens 0¾% M. im Boden stehen müssen. Bei überbauten T.en ist von monolithen Gewänden ebenso abzurathen als von hölzernen Thorsäulen. Zu Erreichung größeren Haltes. bei nicht überbauten Ten mit gemauerten Pfeilern überlegt man gern die Thoröffnung zwischen den Pfeilern mit einem kleinen Dach (holländisches T.). Vergl. übr. d. Art. Stall, Scheune, Hofthoretc. — 2. T. als selbständiges Bauwerk, meist wohl Stadtthor, frz. Porte de ville, engl. towngate. Vergl. zunächst d. Art. Stadtthor, Festungsbau, Burg, Ortsanlagen, Radstößer, Fallgatter, flämische Pforte etc. Bei Festungen nach bastionirtem System sind die T.e in der Courtine, in der Mitte einer der Facen des ausspringenden Winkels aber beim tenaillirten System angebracht und das Hauptthor gewöhnlich überwölbt.