Ward (Edward Matthew), engl. Historienmaler, geb. 1816 in London, studierte seit 1834 an der königl. Kunstakademie unter Wilkin und Chantrey und war 1836—39 in Rom, wo die Akademie von St. Lukas ihm für sein Bild Cimabue und Giotto die silberne Medaille zuerkannte. Auf seiner Rückreise studierte er eine Zeit lang unter Cornelius in München die Freskomalerei. Seinen ersten Erfolg errang er mit dem in der Akademie 1843 ausgestellten Gemälde: Dr. Johnson das Manufkript des „Landpredigers von Wakefieldolesend, dem 1845 das ebenso erfolgreiche Dr. Johnson im Vorzimmer Lord Chesterfields sich anschloß. Oliver Goldsmith, vor den Bauern die Flöte blasend, und Lafleurs Abfahrt nach Montreuil gehören ebenfalls zu den besten Bildern dieser Epoche. Hierauf folgten: Zusammenkunft Karls II. und Nell Gwynnes (1848), Jakob II., die Nachricht von der Landung Wilhelms von Oranien empfangend (1850), die franz. Königsfamilie im Templegefängnis (1851) und Charlotte Corday auf dem Wege zu ihrer Hinrichtung: Werke, welche seinen Ruhm als Historienmaler befestigten. Im J. 1852 wurde ihm die Ausführung von acht Wandgemälden aus der engl. Geschichte im Corridor des Hauses der Gemeinen übertragen, und 1855 erlangte er den Grad eines königl. Akademikers. Unter den zahlreichen Werken seiner spätern Jahre fanden den größten Beifall: der Abschied Marie Antoinettes im Gefängnis vom Dauphin (1856), Vorzimmer im Palast von Whitehall während der Sterbestunde Karls II. (1861), die Nacht der Ermordung Rizzios (1865), Anna Voleyn an der Wassertreppe des Tower (1871) und der Vorabend der Bartholomäusnacht (1873). W.s Werke sind ausgezeichnet durch Zeichnung, Kolorit und Komposition. Er starb 16. Jan. 1879 in Windsor.