Kai (frz. Quai, engl. Quay), in Deutschland bisweilen auch Kaj, Kajung oder Bollwerk genannt, ein künstlich gegen Abbruch und Überflutung gesichertes Ufer, welches insbesondere der Vermittelung des Schiffs- mit dem Landverkehr dient. Auch heißt K. oft das künstlich gesicherte Ufer innerhalb Städten, die ganze Straße und die sie einseitig begrenzende Häuserreihe. Zur Vermittelung des Land⸗ und Wasserverkehrs sind die K.s häufig mit Anlandevorrichtungen ausgestattet. Den Verkehr mit größern Schiffen vermitteln die Anlandebrücken, welche sich mit dem einen Ende auf den K., am andern auf das Schiff oder einen im Wasser schwimmenden Ponton stützen. Dieser Ponton ist oft zu einer großen Plattform, einem schwimmenden K. erweitert, so zu Hamburg, wo acht einzelne eiserne Pontons in ihrer Länge zusammengekoppelt einen 205 m langen schwimmenden K. bilden, welcher zum Anlegen der Boote dient und mittels dreier Brückenklappen mit festen Brückenpfeilern verbunden ist. Die großartigsten Anlagen dieser Art finden sich zu Liverpool und Birkenhead. Die Konstruktion der K.s kann als Notbehelf in Gestalt einer hölzernen Ufereinfassung durchgeführt werden; zweckmäßiger geschieht dies jedoch, wie an den Victoriadocks zu London, als eiserne Pfahlwand, meist aber als Ufermauer. Kai, Kei oder Großer Fluß, in Afrika, an der Ostgrenze des brit. Kaplandes, entspringt in den Stormbergen, hat einen sehr gewundenen, nach den Regen sturzbachähnlichen, 280 Em langen Lauf und mündet nördlich vom Kap Morgan. — Kaianier ist der Name einer altbaktrischen Dynastie, die mit Unrecht mit der von den heutigen Persern ganz ignorierten großen Dynastie der Achämeniden verwechselt worden ist. Die einheimische pers. Geschichtschreibung bietet die befremdende Erscheinung, daß der Stifter ihres Reichs von ihr vergessen worden ist. Die Dynastie folgte den Pischdadiers und wurde begründet von Kai-Kobad (Kava-Kavät), ihm folgte Kai⸗-Kaus (Kava-Kaus), dann der große Kai-Khosrü (Kara-Werava), dessen Sohn Lohrasp (Aurvatagpa), dem sein Sohn Gustasp (Vistagpa) folgte, unter dem Zoroaster erschien. Wegen der Verwechselung mit dem gleichnamigen Vater des Darius 1 die Perser diesem den Dära pder Darab falgen obgleich der histor. Darius von dem K. durch viele Jahrhunderte getrennt ist. Diesem Därã folgte Ardeschir Dirozdast Langhand, jedenfalls Artaxerres I. der Griechen, ihm seine Tochter Humayün, und dieser Darä, dem sein Enkel Iskender (Alexander) sein Reich nahm. Noch im 18. Jahrh galten bei manchen Orientalisten die griech. Berichte altbarkeit der pers. Angaben ins Licht gestel Kaiaphas,. Kaiphas. ht gestellt haben. Kaien (niederländ.), die Raaen eines Schiffs nach der Länge desselben, parallel mit dem Kiel richten, damit, sie andern Schiffen nicht hinderlich sind, be⸗