FeedKaisermünzen
GeschichteBrockhaus 1882

Kaisermünzen nennt man vorzugsweise die röm. Münzen, welche in der Kaiserzeit mit dem Bildnis und Namen der Kaiser geschlagen worden sind. Während man unter der Republik die Münzen auf der Vorderseite ausschließlich mit dem Bildnis einer Gottheit versah, wurde unter den Kaisern das Bild des Herrschers oder seiner Gemahlin oder sonstiger Angehörigen desselben, sowie eine den Namen, die Würde und Chrentitel anzeigende Umschrift auf der Vorderseite angebracht. Auf der Rückseite führen die K. verschiedene Sinnbilder und Devisen, Bildnisse von Gottheiten in ganzer Figur, meistens Darstellungen, welche die Siege oder sonstige Thaten des betreffenden Kaisers verherrlichen. Diese Darstellungen auf der Rückseite sind in der Regel künstlerisch nicht von sermunenscht wogegen die Köpfe der Kaiser und Kaiserinnen bis zu den Antoninen künstlerisch schön und lebenswahr geschnitten sind, sodaß sie zuverlässige Porträts derselben bieten. Vorzugsweise schön sind die sog. Großbronzen (Sesterzien und Dupondien) gearbeitet. Unter den spätern Kaisern wird der Stempelschnitt immer roher und schablonenhafter.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 13Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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