FeedKaiserswerth
ErdkundeBrockhaus 1882

Kaiserswerth, Stadt im Landkreise und Regierungsbezirk Düsseldorf der preuß. Rheinprovinz, 10 km nördlich der Stadt Düsseldorf am rechten Rheinufer gelegen, hat eine evang. und eine kath. Kirche, die berühmte von Pastor Fliedner (s. d.) geründete Diakonissenanstalt, eine Emeritenanstalt für Priester der Erzdiöcese Köln und ein kath. Kranken⸗ und Pflegehaus, und zählt (1880) 2366 meist kath. E., worunter viele Seidenweber für auswärtige Fabriken. In K. und Umgegend bestehen eine Seidenweberei, eine Silberwarenfabrik, eine chem. Farbwarenfabrik, eine Papier- und Preßspanfabrik, eine Orgelbauanstalt und zwei Gerbereien. — Pipin von Heristal schenkte dem heil. Suidbert die Rheininsel, auf welcher dieser das Kloster K. stiftete; um das Kloster entstand bald der Ort. In der 1243 vollendeten Stiftskirche befindet sich der Reliquienschrein mit den Gebeinen des Heiligen. Anno von Köln entführte hier 1062 den jungen König Heinrich IV. Friedrich I. Barbarossa erweiterte die kaiserl. Pfalz, von der noch gewaltige Reste an Basalt⸗, Trachyt⸗, Ziegel⸗ und Tuffsteinbauten vorhanden sind. Von da an führte der Ort den Namen K.; früher hieß er Suidbertus-Werth. Seit Anfang des 14. diePin gehörte die Stadt zu Jülich, wurde dann an die Pfalz und Kleve, 1425 an den Kurfürsten von Köln verpfändet. Sonst war K. eine Festung, die 1689 belagert und 1702 von den Kaiserlichen und Preußen erobert ward.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 14Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 8

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6