Kalkar, auch Calcar geschrieben, Stadt in der preuß. Rheinprovinz, Regierungsbezirk Düsseldorf, Kreis Kleve, 12 km südöstlich von Kleve, am Leybach und dem jetzt fast ganz verschlammten Rheinarm Kalflack, zählt (1880) 2107 meist kath. E., die meist Landwirtschaft, auch Viehzucht und Tabaksbau treiben, Tabaksfabriken, Gerbereien, Bierbrauereien, Ziegeleien und Samtwebereien unterhalten. Die große Nikolaikirche, 1211—1344 in got. Stile erbaut, hat ein gutes Altarblatt von Johann Joest von K. und schöne Holzschnitzereien. Auch K. ein großes, schönes got. Rathaus; auf dem Narkte 95 seit 1860 ein 6mhohes Denkmal (von Bayerle) des berühmten Reitergenerals Seydlitz, der hier geboren wurde. Die frühern Festungswerke wurden 1645 geschleift. Auf dem Monreberge, 2 km südlich von K., sind Spuren des römt. Lagers Burgivatium. Die Bewohner der westlich von K. gelegenen Kolonie Neu-Luisendorf sind Nachkommen der aus der bayr. Pfalz vertriebenen Protestanten, welche Friedrich d. Gr. hier ansiedelte.