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ErdkundeBrockhaus 1882

Siegburg, Kreisstadt im rheinpreuß. Regierungsbezirk Köln, Siegkreis, nahe rechts der Sieg, oberhalb der Mündung der Agger in dieselbe, Station der Linien Deutz-Gießen und S.⸗Ründeroth der Preußischen Staatsbahnen, Sitz des Landratsamts und eines Amtsgerichts, zählt (1885) 7456 meist kath. E., hat eine kath. Pfarrkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrh., welche mehrere schöne Reliquiare, z. B. das des kölner Erzbischofs Anno II. bewahrt, eine evang. Pfarrkirche, ein Gymnasium, ein kath. Schullehrerseminar, eine königl. Geschoßfabrik mit durchschnittlich 1000 Arbeitern, Holzschneide und Mahlmühlen, Thonwarenfabriken, Fabriken feuerfester Steine, Gerbereien, eine Gasanstalt und die Kattunfabrik Siegfeld. Die frühere Provinzialirrenanstalt, jetzt königl. Strafanstalt, auf dem Michaelisberge, der eine 775 von Karl d. Gr. eroberte Sachsenfeste trug, befindet sich in der 1060 vom Erzbischof Anno II. gestifteten, 1803 aufgehobenen Benediktinerabtei, von deren Kirche noch die Krypta erhalten ist. In das 15. und 16. Jahrh. fällt die Blüte dieser Stadt in gewerblicher und kommerzieller Hinsicht; die damals hier aus Thon gefertigten Krüge und Ornamente waren wegen ihrer Dauerhaftigkeit und künstlerischen Ausführung in ganz Europa berühmt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 800Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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