Kalanderlerche, s. unter Lerche. Kalandsbr.ider hießen die Mitglieder einer religiösen Brüderschaft. Zuerst 1220 im Kloster Ottoerg erwähnt, verbreiteten sich die K., von Päpsten und Kaisern begünstigt, rasch ber Norddeutschland, die Niederlande und Frankreich. Ihr Zweck waren gemeinschaftliche Andachtsübungen, gegenseitige Unterstützung und besonders Herrichtung eines feierlichen Begräbnisses und der erforderlichen Seelenmessen. Sie versammelten sich am ersten Tage eines jeden Monats (Calendae, daher der Name) zur Besprechung ihrer Angelegenheiten und schlossen diese Versammlungen mit einem Mahl. Diese Mahlzeiten arteten später, als das Vermögen der Brüderschaft zunahm, in üppige Schmausereien aus, weshalb in der Reformationszeit in prot. wie in kath. Ländern die K. aufgehoben und ihre Reichtümer andern Zwecken zugewiesen wurden. Die Bezeichnung Kaland ist in einigen Gegenden Norddeutschlands für regelmäßige Predigerversammlungen gangbar geblieben.