FeedKaliber
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Kaliber (entweder vom veralteten span. galibo, aus dem arab. kalib, Formo, Modello, oder aus dem altfrz. qualibra, awieviel Pfundv) heißt der Durchmesser einer gylindrisch ausgebohrten Röhre. Am gebräuchlichsten ist der Ausdruck Geschützrohre und Gewehrläufe, als Durchmesser der Seele (Mündungsweite), oder auch als Querdurchmesser des zugehörigen Geschosses (Geschoßkaliber). Bei Geschützen bezeichnet man das K. gewöhnlich in Centimetern oder in Millimetern, )bei Gewehren in Millimetern. Bei gezogenen Röhren mißt man das K. an den engern Stellen des rmißt, sind unter C aufzusuchen. gezogenen Teils (von Feld zu Feld, nicht von Zug [f zu Zug). Solange man glatte Geschütze mit kugel-Hr runden Geschossen führte, wurde das K. derselben gewöhnlich nach dem Gewichte der kalibermäßigen Eisen-oder Steinkugel benannt (4-Pfünder, 6-Pfünder u. s. w.). Einzelne Artillerien behielten diese l Bezeichnung zunächst auch für das K. der gezogenen Geschütze bei, obgleich deren eigentliche Geschosse mehr als doppelt so schwer sind, als dieses Nenn-d gewicht anzeigt; gegenwärtig ist dies nur noch in der russ. Artillerie der Fall. Die engl. Artillerie hat für ihre Feldgeschütze das effektive Gewicht der länglichen Granate zur Bezeichnung des K. gewählt. Über die vorkommenden Kaliber s. Artillerie, Geschütz und Handfeuerwaffen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 24Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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