Kälidasa, der ausgezeichnetste unter den Kunstdichtern Indiens, hat wahrscheinlich im 6. Jahrh. n. Chr. am Hofe des Königs Vikramaditja gelebt. Seine trefflichste Dichtung ist das Schauspiel „Saluntalas, durch das er sich den größten Dichtern aller Zeiten würdig anreiht. Dasselbe wurde in der Ie bengalischen Recension englisch von Jones (Kalk. 1789) und danach deutsch von G. Forster 1790) und Herder (1803), im Sanskrit-Original mit franz. übersetzung von Chezy (Par. 1830) herausgegeben und hiernach von B. Hirzel formgetreu übersetzt ZZür. 1833); neuerdings ist es dann von Pischel (Kiel 1877) herausgegeben und von Fritze (Schloßchemnitz 1877) übersetzt worden. Nach einer andern Recension wurde es mit deutscher Übersetzung herausgegeben von Böhtlingk (Bonn 1842), Burthard (Bresl. 1873), Stenzler (Bresl. 1874), und von Meyer (Tüb. 1851), Lobedanz (7. Aufl., Lpz. 1884) und Rückert (Opz. 1876) ins Deutsche übersetzt. Für die deutsche Bühne wurde es von Wolzogen (1869) und Donsdorf (1876) bearbeitet. Außer diesem Meisterwerke rührt von K. noch das Schauspiel Urvasiv her, reich an lyrischen Schönheiten (herausg. mit lat. Übersetzung von Lenz, Berl. 1833; neue Ausg. von Bollensen, Petersb. 1846, 9˙0 chel, Berl. 1875⁵ [dravidische Recension]; deutsch von Höfer, Berl. 1837, von B. Hirzel, Frauenf. 1838, von Lobedanz, 3. Aufl., pz. 1884, und von Fritze, Lpz. 1880), und ein Intriguenlustspiel „Mälavika und Agnimitra (herausg. von Tullberg, Bonn 1840, und Bollensen, Lpz. 1879; übersetzt von Weber, Berl. 1856, und Fritze, Lpz. 1881). Seine beiden epischen Gedichte „Raghu-vansao, die mythische Geschichte der alten Herrscher von Ayodhya (herausg. von unn Lond. 1832), und Kumàra-sambhavar, die Geburt des Kriegsgottes (herausg. von Stenzler, Lond. 1838), sind bei allen Schönheiten im einzelnen doch im ganzen nüchtern und frostig. Von seinen mehr 1urüchen Dichtungen ist besonders ausgezeichnet „Megha-dütab, der Wolkenbote, die Klage eines verbannten Liebenden, voll tiefen Gefühls und anmutiger Schilderungen der Natur (herausg. mit freier engl. Übersetzung von Wilson, Kalkutta 1813 von Gildemeister, Bonn 1841, und Stenzler, Bresl. 1874; deutsch nachgebildet von M. Müller, Königsb. 1847, Schütz, Bielef. 1859, und Fritze, Chemnitz 1879). Unbedeutender ist der ebenfalls K. zugeschriebene KRitu-sanhärav, d. i. die Jahreszeiten (herausg. von Bohlen mit übersetzung, Lpz. 1840). Auch wird ihm, wohl mit Unrecht, eine Bearbeitung der Sage von Nala und Damajanti zugeschrieben unter dem Titel Nalodayas, ein Werk der absurdesten Wortkünstelei (herausg. von Benary, Berl. 1830, und Nates, Kalk. 1844). überhaupt sind K.ũs Namen später viele Dichtungen untergeschoben worden, wie er denn offenbar auch faktisch mehrern Autoren angehört hat und noch jetzt als Personenname üblich ist.