Kalide (Theod.Erdmann), Bildhauer, geb.S. Febr. 1801 zu Königshütte in Oberschlesien, widmete sich anfangs der Gießerei, dann der Plastik. Er wurde ein technisch und artistisch sehr gewandter Arbeiter im Erzgusse, wozu ihn besonders seine Lernzeit in berliner Ateliers förderte. Einige seiner frühern Schöpfungen entstanden noch unter der Aufsicht von Rauch, dessen Richtung er indes in seinem bekanntesten und oft reproduzierten Werke, Gruppe eines Knaben mit einem Schwan (für den Garten in Charlottenburg) verließ. Immer mehr erhob sich seine Kompositionsweise zu freier, selbst kühner Bewegung und poesiereichem Schwunge, wozu eine italienische Studienreise nicht wenig beitrug. Den Höhepunkt erreichte der Künstler in der Gruppe der trunkenen Bacchantin, welche auf einem Panther gelagert ist (in der berliner Nationalgalerie). Von sonstigen Arbeiten sind besonders zu erwähnen das 1853 in seinem Geburtsort errichtete Monument des Ministers Reden, der Knabe mit dem Bocke, Madonna mit dem Kinde und eine für Friedrich Wilhelm III. gefertigte Prachtvase. Er starb in Königshütte 26. Aug. 1863.