Kallimächos, einer der angesehensten Gelehrten und Dichter des alexandrinischen Zeitalters, um 25⁰ v. Chr. aus einem vornehmen Ges chlecht zu. Kyrene in Libyen, eröffnete in Alexandria eine Schule, in welcher mehrere berühmte Männer wie Eratosthenes, Aristophanes von Byzanz, Apollonius von Rhodus, der sich freilich mit seinem Lehrer aufs ärgste verfeindete, u. a. ihre Bildung erhielten, und wurde zum Vorstand der Bibliothek ernannt. Er schrieb in Prosa und Versen eine große Anzahl Schriften (Suidas legt ihm 800 bei), von denen sich, außer zum Teil umfänglichen Bruchstücken (befonders von Elegien), nur noch 6 Hymnen eigentlich 5 Hymnen und ein hymnenartiges Gedicht in dorischem Dialekt und elegischem Versmaß) und über 60 Epigramme erhalten haben, während sein Gedicht auf das Haupthaar der Berenice nur aus Catulls Ubersetzung bekannt ist. Sein gegen rmißt, sind unter C aufzusuchen. Apollonius gerichtetes Gedicht «Ibiso hat Ovid nachgeahmt. Seine Gedichte tragen den Stempel e ihres Zeitalters, in welchem man den Mangel der natürlichen Genialität durch Gelehrsamkeit und Kunst zu ersetzen suchte. Doch übertrifft K. die meisten zeitgenössischen Dichter durch seinen reichen und feinsinnigen Geist. Unter den Römern dienten seine Elegien namentlich dem Properz als Muster. Durch seinen kritischen, nach den Fächern geordneten Katalog der alexandrinischen Bibliothek (Pinakes in 120 Büchern) ward er Begründer der griech. Litteraturgeschichte. Die reichhaltigste Ausgabe der Hymnen, Epigramme und Fragmente (letztere von Bentley gesammelt) besorgten Ernesti (2 Bde., Leid. 1761) und Schneider (Bd. 1 u. 2,4 Lpz. 1870—73), gute Ausgaben der Hymnen und Epigramme Meineke (Berl. 1861) und von Wila⸗⸗ mowitz (Berl. 1882). Deutsche Übersetzungen lieferten Ahlwardt (Berl. 1794) und Schwenck (Bonn 1821 u. Stuttg. 1833).