Clandianus (Claudius), der letzte 4. Jahrh. röm. Dichter von Alerand Bedeutung, im 4. Jahrh. n. Chr., war zu Alexandria geboren und kam 395 nach Rom, wo er am Hofe des Kaisers lebte und namentlich an Stilicho einen Gönner fand. Er gelangte hierauf zu ansehnlichen Amtern und selbst u der hohen Würde eines röm. Patricius. Von lenen Standbild auf dem Forum Trajans in Rom ist die Inschrift noch heute erhalten. Sein Geburtsjahr sowie die Zeit seines Todes sind unbekannt; wahrscheinlich hat er den Fall Stilichos Lich nicht überlebt. C. war der bedeutendste dichter seiner Zeit. Erhalten sind von ihm Idyllen, eine Anzahl Epigramme, Episteln, ferner eine Reihe von Dichtungen panegyrischen Inhalts (auf Honorius, h und dessen Gattin Serena u. a.), aber auch Spottgedichte auf Rufinus und Eutropius, die Günstlinge des Kaisers Arcadius. Sein Hauptwerk ist das Epos «Der Raub der Proserpina in drei Büchern. Von der «„Gigantomachies des C. sind nur 129 Verse erhalten. Von den andern Gedichten verdient sein Hochzeitsgedicht auf die Vermählung des Honorius mit Maria, der Tochter Stilichos, nebst dem Anhange meisterhafter Fescenninen genannt zu werden. C. bekundet als Dichter schöpferische Kraft, fruchtbare Phantasie und Sinn für künstlerische Form. Dem Studium der großen Dichter des goldenen Zeitalters verdankt er die Leichtigkeit und Korrektheit der Diktion und den ½ Versbau; doch vermochte auch er 15. im allgemeinen nicht über den gesunkenen Geschmack seiner Zeit zu erheben. Die übermäßige Fülle des 1u haufge 2 und mytholog. Schmuckwerks und die häufige Anwendung pathetischer Mittel stehen im Mißverhältnis zu der Nüchternheit der von ihm behandelten Gegenstände. Von C.“ griechischen Dichtungen sind nur einige Epigramme auf uns gekommen, wenn nicht diese nebst einem Stück einer griech. Gigantomachiey nicht von diesem, bus des von einem jüngern C., vielleicht einem Sohne des ältern herrühren. Mehrere Stücke in den Ausgaben und Handschriften, darunter einige christl. Inhalts, sind sicher unecht. Im Mittelalter wurde C. bewundert, vielfach nachgeahmt und fleißig abgeschrieben, wodurch freili der Text, besonders in den histor. Gedichten, star elitten hat. In neuerer Zeit war das Interesse fur den Dichter erkaltet, und seit den Ausgaben von Heinsius (Leid. 1650, 1665), Burmann (Amfur 1760) und Geßner (Opz. 1759) nur sehr wenig ür die Kritik und Erklärung desselben geleistet worden. Neuerdings hat Jeep eine kritische Ausabe aller Gedichte (2 Bde., Lpz. 1876—79) geiefert. übersetzt sind die Dichtungen des C. von Wedekind (Darmst. 1868). Vgl. Rosa, «Claudio Claudiano (Ancona 1873); Hodgkin, The last of the Roman poetso (Neweastle 1875).