FeedKander
ErdkundeBrockhaus 1882

Kander, die, ein linker Nebenfluß der Aare im Oberlande des schweiz. Kantons Bern, entspringt 1875 m über dem Meere, 17 km südsüdöstlich von Frutigen am Alpetligletscher, der sich vom Kanderfirn am Südfuß der Blümlisalp in das Gasterenthal hinabsenkt, durchfließt dieses Thal in nordwestl. Richtung und gelangt, nach N. umbiegend durch die wilde Felsenge der Klus in das eigentliche Kanderthal, in dem sie die Thalstufen von Kandersteg (1169 m) und Kandergrund (878 m) durchfließt. Bei der Tellenburg (s. Frutigen) tritt der Fluß in das breite Frutigthal; dann gelangt er durch die enge Pforte des Emdthales in das Hügelgelände am linken Ufer des Thunersees, in welchen er sich, 560 m t, sind unter C aufzusuchen. über dem Meere, 4 km südlich von Thun ergießt. Früher mündete die K. 2 km unterhalb Thun in die Aare und verursachte durch ihre Ges chiebe und Hochwasser häufige Überschwemmungen. Um diese zu verhüten, wurde 1711—14 ein 1 km langer, 88 m breiter Kanal quer durch den Moränenhügel von Strättligen gegraben und dadurch der Fluß in den Thunersee abgelenkt, in welchem seine Geschiebe seither ein etwa 70 ha großes Delta, das Kandergrien, gebildet haben. Die K. ist ein wildes Bergwasser, weder schiffbar, noch flößbar. Ihre Flußlänge beträgt 44 km, ihr Gefälle 1315 m (3 Proz.); das Flußgebiet umfaßt 1305 akm, wovon 52 ½ am (4 Proz.) auf Gletscher fallen. Vgl. Bachmann, „Die K. im Berner Oberlandes (Bern 1870).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 61Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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