FeedKanephören (grch.)
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Kanephören (grch.), d. i. Korbträgerinnen, hießen zu Athen und an andern Orten Griechenlands die Jungfrauen, welche an den Panathenäen, bei den Festen der Demeter und des Dionysos und andern feierlichen Aufzügen die zu den Opfern gehörigen heiligen Geräte in schön geflochtenen Körben auf dem Haupte trugen. Nur Mädchen aus den angesehensten bürgerlichen Familien wurden hierzu ausgewählt. Ihnen folgten bei Prozessionen Töchter der Eingesessenen, welche einen Sonnenschirm und einen Sessel zum Ausruhen nachtrugen. Die Künstler machten es sich zur besondern Aufgabe, diese weiblichen Gestalten in anmutiger Haltung darzustellen. Berühmt waren bei den Alten die Kanephoren-Statuen des Polykletos in Erz und des Skopas in Marmor.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 63Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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