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Bildende KunstBrockhaus 1882

Kanon in der bildenden Kunst ist soviel als Regel für die Schönheitsverhältnisse des menschlichen Körpers. Unter den Griechen stellte der berühmte Bildhauer Polyklet der Altere Forschungen in dieser Hinsicht an, und wie er vorzüglich jugendlich anmutige Gestalten bildete, so scheint er auch in der jugendlichen Gestalt die Regel der Schönheit gefunden zu haben. Sein zum Manne gereifter galt den Zeitgenosfen für das Muster wohlgefälliger Verhältnisse. Doch war er Ianten en und etwas vierschrötig gegenüber den schlanken hochschenkeligen Gestalten, wie sie die spätere Kunst liebte, deren K. ein junger Ringer war, welcher sich mit dem Schabeisen vom Staub reinigt, der Apoxyomenos von Lysippos. Unter den Neuern wurde die künstlerische Proportionslehre namentlich von Leonardo da Vinci und Albrecht Dürer wieder aufgenommen. Vgl. J. G. Schadow, Polyklet oder von den Maßen des Menschen nach Geschlecht und Alter» (Berl. 1834); Zeising, 4Neue Lehre von den Proportionen des menschlichen Körpers» (Lpz. 1854).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 68Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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