FeedKangar oder Kangli
GeschichteBrockhaus 1882

Kangar oder Kangli, soviel wie Petschenegen. Kaughi, d. h. unveränderlicher Friede, mit dem Walhallanamen Schingtsuifuhoangfi, der zweite Kaiser der gegenwärtig in China herrschenden, Taitsing genannten Dynastie der Mandschu, regierte 1662—1722. Er war ein unechter Sohn des Kaisers Schuntschi, und wurde von diesem kaum achtjährig auf dem Sterbebette zum Nachfolger ernannt. Zuerst regierte K. unter einer Vormundschaft, wußte sich aber, als er etwa 14 Jahre zählte, der Regentschaft zu entziehen und volljährig erklären zu lassen. Seine Regierung wurde eine der glänzendsten und längsten der neuern Geschichte Chinas, weshalb er häufig mit seinem Zeitgenossen Ludwig XIV. von Frankreich verglichen wurde. K., selbst Anuste d. war ein Freund der Wissenschaften und Künste, die er sehr begünstigte. Auch für die Wissenschaften der westl. Völker interessierte er sich lebhaft. Dies war der Grund, daß er einer Anzahl gelehrter deme den Zugang in sein Reich verstattete und sich dem Christentum nicht feindlich Praft Den Pater Verbieest ernannte er selbst zum Präsidenten des Tribunals der Mathematiker und des astron. Bureaus. Obgleich K. mehr friedliebend als kriegerisch gesinnt war, war seine lange Regierung doch keineswegs eine ruhige. Nicht selten hatte er Aufstände im eigentlichen China, z. B. in den Provinzen Kuantung, Fukian und auf der Insel Formosa zu unterdrücken, oder mongol. Volksstämme außerhalb der großen Mauer, welche sich der chines. Oberherrschaft entziehen wollten, mit Heeresmacht zu unterwerfen. K. starb 20. Dez. 1722.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 63Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6