Kannelüren (frz., abzuleiten vom lat. canna, Rohr; deutsch: Riefen) heißen in der Architektur die senkrechten, rinnenförmigen Auskehlungen der Säulenschäfte, welche nur dekorativen Zweck zur Belebung der Säulenschäfte haben, sich daher auch nur an Säulen aus gleichfarbigem Material, niemals an Säulen von buntem Marmor, finden. K. kommen besonders in der antiken klassischen Architektur, an dor., ion., korinth. Säulen und wohl auch an den entsprechenden Pilastern vor. Bei dor. Säulen gehen gewöhnlich 20 ganz flache K. auf den Umfang der Säule und stoßen in scharfen Kanten zusammen; ion. und korinth. Säulen dagegen haben gewöhnlich 24 tiefere K., zwischen welchen schmale Teile des Säulenumfangs (Stege) stehen geblieben sind. Eine Säule kannelieren heißt demnach eine Säule mit K. versehen.