Kaper nennt man ein Schiff, welches in Kriegszeiten von Privaten ausgerüstet wird, um Schiffe wegzunehmen, die feindlicher Unterthanen Eigentum sind. Die dazu nötige Autorisation, den Kaperbrief, erteilt die Admiralität des Landes, welchem die K. angehören. Ohne Kaperbriefe betrachtet man die Kaperei als Seeraub und straft Kapitän und Matrosen als Seeräuber. Die Pariser Deklaration von 1856 suchte die Privatkaperei als eine dem Zeitgeist nicht mehr entsprechende barbarische Sitte abzuschaffen. Doch waren es nicht sämtliche Seemächte, welche den Vertrag unterzeichneten. Namentlich schlossen sich die Vereinigten Staaten von Amerika aus, weil sich die übrigen Unterzeichner nicht dazu verstehen wollten, den Vorschlag der amerik. Union anzunehmen, wonach Eernerhin feindliches Privateigentum zur See überhaupt nicht, also auch nicht durch Kriegsschiffe, genommen werden sollte. (S. Seerecht.)